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6. Lauf zur ROTAX MAX Challenge 2012 in Hahn am 02.09.2012

Spannendes RMC-Finale mit brisanten Entscheidungen

Das mit Spannung erwartete Saisonfinale der ROTAX MAX Challenge fand am ersten September-Wochenende traditionell auf dem Hunsrückring in Hahn statt. 120 Piloten waren auf das hessische Flughafengelände gereist, um sich ein letztes Mal in dieser Saison dem Wettkampf zu stellen.

Timo Deck


Dabei durfte aber auch die alljährliche Jahresabschlussfeier nicht fehlen, die wie immer im vollbesetzten Paddock-Club des Hunsrückrings stattfand. Bei Speis und Trank ließ die RMC-Familie das Jahr noch einmal Revue passieren und erhielt auch eine Vorschau auf die Saison 2013. RMC-Präsident Peter Kessler: "Die RMC ist seit Jahren sehr gut aufgestellt und basiert auf einem bewährten Konzept. Eben diese Konstanz zeichnet die Serie aus. Von daher wird es keine bahnbrechenden Veränderungen geben."

Und dennoch gab es einige Neuerungen zu vermelden: So steht bereits jetzt der sechs Rennen umfassende Tourplan für 2012 fest, der neben den Strecken in Wackersdorf, Oppenrod, Wittgenborn, Ampfing und Hahn auch erstmals einen Abstecher ins belgische Genk vorsieht. Ein überarbeiteter Trainingsablauf, der den Teilnehmern mehr Fahrzeit erlaubt, ein neuer Modus der Registrierung und ein strikteres Vergaserreglement zählen zu den weiteren "Schönheitskorrekturen" für 2013.

Und noch etwas kündigte Kessler an: "Entgegen zahlreicher Gerüchte, werde ich mich vorläufig nicht aus meiner Firma und der RMC zurückziehen, sondern lediglich meinen privaten Wohnsitz im kommenden Jahr nach Österreich verlegen. Auf die Strukturen der RMC hat dies keinerlei Auswirkung – es bleibt alles genau so wie es ist."

Obwohl in Hahn schon auf das nächste Jahr geschielt wurde, richteten sich die Augen doch hauptsächlich auf das aktuelle Geschehen: Neben den letzten Rennsiegen standen bei perfektem Spätsommerwetter auch die Titelkämpfe im Fokus. In sieben der acht Klassen waren noch keine Meisterschaftsentscheidungen gefallen. Für Spannung war also gesorgt und in der Tat sollte es in vielen Fällen nicht nur knapp, sondern auch äußerst brisant zur Sache gehen...

MICRO-Cup: Doppelsieg für Bergmeier – Titel für Kohl
Als Tabellenführer nach Hahn gereist hatte Tim Kohl (M-Tec) die besten Chancen auf den Gesamtsieg. Gefährlich konnte ihm aber noch Tamino Bergmeier (EA) werden, der die besseren “Streicher“ sein Eigen nennen durfte und von Beginn an zum Angriff blies. Der Pilot aus dem Rennstall von B&W Kartservice markierte nicht nur die Bestzeit im Zeittraining, sondern behauptete sich auch in beiden Rennen mit kampfstarken Manövern an der Spitze. Im Prefinale siegte er knapp vor Tim Kohl und Robin Pelzl (CRG), während im Finale Maximilian Krupper (M-Tec) auf Rang zwei kam und Kohl sich mit Rang drei zufrieden gab. Nach einiger Rechnerei war es am Abend amtlich: Kohl und Bergmeier lagen in der Meisterschaft punktgleich auf! Aufgrund der besseren Einzelergebnisse hatte Kohl aber die Nase vorn und durfte sich die Meisterkrone der Jüngsten aufsetzen.

MINI-Cup: Glania mit Doppelsieg zum Vizetitel
In der Klasse der MINI-Cup hatte sich Louis Henkefend (Topkart) bereits in Wittgenborn vorzeitig den Meistertitel sichern können. Offen war jedoch die Entscheidung um den Vizetitel, welchen Luis Glania (Praga) fest ins Visier genommen hatte. Das erklärte Ziel vor Augen, ließ der Nintendo Team Scheider-Pilot auch nichts anbrennen und lieferte ein dominantes Wochenende ab, das mit der Bestzeit im Zeittraining begann und einem lupenreinen Doppelsieg endete. Der Vizetitel war ihm damit sicher. Hinter Glania spielten Louis Henkefend und Tim Mika Metz (CRG) die Hauptrollen. Sie belegten in erwähnter Reihenfolge die Plätze zwei und drei im Prefinale und tauschten ihre Positionen im entscheidenden Finaldurchgang.

JUNIOR-Cup: Turbulente Rennen küren Drewing zum Meister
Die beiden Praga-Teamkollegen Pascal Drewing und Daniel Glen galten vor dem Saisonfinale als Titelfavoriten und unterstrichen ihre Ambitionen bereits im Zeittraining, wo sich Glen die Pole-Position und Drewing Rang drei sichern konnte.
Doch das Prefinale verlief turbulent. Gleich sieben Piloten balgten sich im Rennverlauf um den Sieg und scheuten dabei auch keinen Lackaustausch. Das mussten auch die Titelfavoriten am eigenen Leib erfahren. Weder Drewing noch Glen kamen ungeschoren davon und mussten Federn lassen, während vorne ein furios fahrender Bastian Benz (Maranello) den Sieg eroberte. Auch der zweite Platz von Laura Jebe (FK) war eine beachtliche Vorstellung der Kartschmie.de-Pilotin. Dahinter rettete Drewing trotz Rangelei noch den dritten Platz und lag damit klar im Vorteil, konnte Teamkollege Glen doch nur Rang sechs ins Ziel retten.

Die Entscheidung musste im Finale fallen. Hier bestätigte zunächst Benz seine Performance aus dem Prefinale. Er übernahm die Spitze, hatte aber mit Jebe eine hartnäckige Verfolgerin im Schlepptau. Als die Schleswigerin sich zur Rennhalbzeit sogar die Spitze erkämpfen konnte, folgte jedoch ein missglückter Konter von Benz, welcher für das Führungsduo in der Wiese endete und für Benz eine Zeitstrafe nach sich zog. Lachender Dritter war Drewing, der sich nicht zweimal bitten ließ und die geerbte Führung souverän vor Robert Schopian (M-Tec) und Ricardo Hammel (Energy) nach Hause fuhr. Damit stand auch der Gesamtsieger eindeutig fest: Drewing gewann den Titel letztlich mit deutlichem Vorsprung vor Glen, der im Finale als Fünfter die Ziellinie kreuzte und Vizemeister wurde.

JUNIOR-World: Wenig gewinnt – Dreyspring triumphiert
Lukas Wenig (Praga) war der Mann des Finalwochenendes. Er markierte schon im Zeittraining die schnellste Runde und wusste seine Pole-Position auch im Prefinale zu nutzen. Der Langewiesener feierte einen knappen Start-Ziel-Sieg vor Titelaspirant Christopher Dreyspring (CRG) und Ricardo Adler (Tonykart). Für Dreyspring lief im Prefinale somit alles nach Plan – sichere Punkte und eine deutlich bessere Platzierung als sein Titelrivale Marvin Pionke (Kosmic), der das Ziel als Sechster sah.

Unter diesen Voraussetzungen wurde der Titelgewinn zu Gunsten Dreysprings zur Formsache. Während Wenig im Finale nach 15 Runden den Doppelsieg perfekt machte, fuhr Dreyspring im Windschatten des Siegers ein taktisches Rennen zu Ende und hielt dabei auch den Drittplatzierten Noah Brandt (Energy) bis zum Fallen der Zielflagge in Schach. Mit 14 Punkten Vorsprung stand der Nürnberger somit als neuer Meister fest und sicherte sich zugleich das begehrte Ticket zum Weltfinale in Portugal.

MAX-Cup: Perey zweiter Doppelsieg – Gollas erster RMC-Titel
Iris Perey (M-Tec) machte in Hahn dort weiter, wo sie beim letzten Lauf in Wittgenborn aufgehört hatte: Die Blondine aus Heinsberg war eine Klasse für sich, holte die Pole-Position im Qualifying und ließ ihren männlichen Mitstreitern in den Rennen nicht den Hauch einer Chance. Trotz des eindrucksvollen Doppelsiegs spielte sie in der Meisterschaft keine große Rolle mehr.

Anders sah das für Fabio Katzor (Tonykart) aus, der sich in beiden Rennen als Zweiter behaupten konnte und damit am Ende noch den Sprung auf Platz drei der Gesamtwertung schaffte. Ganz vorne machten aber Niklas Rosenbach und Mike Golla (beide Energy) den Titel unter sich aus. Im Prefinale hatte Golla als Fünfter die besseren Karten, denn Rosenbach konnte mit Platz neun nur eine bescheidene Punkteausbeute vorweisen. Doch der Grünstädter blies im Finale noch einmal zum Angriff und kämpfte sich bis auf Position fünf nach vorne – am Ende vergebens, denn Golla sicherte sich als Vierter die entscheidenden drei Punkte Vorsprung zum Titelgewinn 2012.

MAX-World: Dramatische Titelentscheidung
Die brisanteste Titelentscheidung fiel in der Elite-Klasse der MAX-World, die wohl zugleich das dramatischste Rennen des Jahres erlebte. Dabei stand das große Saisonfinale unter guten Vorzeichen und versprach dank richtiger Zutaten ein packender Showdown zu werden: Man nehme zwei erfahrene, faire und professionelle Piloten, trennt sie in der Meisterschaft um den Hauch eines Punkteabstandes und stelle sie nach dem Zeittraining zusammen in die erste Startreihe – das waren die Voraussetzungen vor dem Start des Prefinals. Die Hauptrollen des Krimis spielten Pole-Setter Christopher Friedrich (Praga) und Tabellenführer Larry ten Voorde (EA), ihrerseits beide ehemalige
RMC-Champions und Weltfinalteilnehmer.

Der erste Durchgang verlief für Friedrich absolut nach Plan. Während er mit einem Blitzstart die Spitze übernahm, rutschte ten Voorde auf Rang drei ab und blieb ausgerechnet hinter Friedrichs Teamkollegen Maikel Splithoff (M-Tec) hängen, der seine Position nicht kampflos räumen sollte. Damit verschaffte er Stallgefährte Friedrich einen beachtlichen Vorsprung von über sieben Sekunden. Erst gegen Rennende fand ten Voorde einen Weg an Splithoff vorbei und musste sich mit dem abgeschlagenen zweiten Rang hinter Friedrich begnügen, der sich in der Meisterschaft nun auf Augenhöhe befand.

Mahnende Worte des Rennleiters und die Ankündigung rigorosen Durchgreifens bekamen die beiden Titelaspiranten vor dem Finale mit auf den Weg. Und dennoch kam es schon in der ersten Kurve zu einer folgenschweren Aktion: Friedrich gewann den Start, verteidigte seine Linie und geriet dabei ausgerechnet mit seinem Titelrivalen aneinander! Ten Voorde ging nach der Berührung die Bahn aus, er flog von der Piste und reihte sich als Letzter wieder im Feld ein. Die Rennleitung fackelte nicht lange und griff – wie angekündigt – auf strenge Weise durch: Schwarze Flagge für Friedrich! Doch der Führende ignorierte die Anweisung der Rennleitung mehrfach und fuhr das Finale zu Ende, während dahinter Splithoff als Zweiter abgewinkt wurde. Mit einer sehenswerten Aufholjagd sah ten Voorde noch als Dritter das Ziel und wäre unter diesen Umständen trotzdem neuer Meister gewesen. Doch nach dem Rennen wurde diskutiert, ob die Strafe gegen Friedrich gerechtfertigt war. Es wurden Zeugenaussagen von Flaggenposten, Offiziellen und anderen Fahrern eingeholt.

Auch Fotos und sogar eine private Videoaufzeichnung wurden zur Wahrheitsfindung herangezogen. Das Ergebnis blieb jedoch zunächst unverändert. In der Folge wurde ein Protest gegen die Entscheidung eingereicht, der bis spät in den Abend verhandelt und dem letztlich stattgegeben wurde. Die Sportkommissare sprachen Friedrich nach nochmaliger Analyse des zwischenzeitlich technisch aufbereiteten Beweismaterials den Sieg zu und entschieden damit zwangsläufig auch die Meisterschaft zu Gunsten des Griesheimers. Am Ende konnte sich aber keiner von Beiden über den Ausgang der Geschichte wirklich freuen. Weder Friedrich noch ten Voorde wollten den Titel am "Grünen Tisch" gewinnen. Was bleibt ist der bittere Beigeschmack einer Titelvergabe, die durch sportrechtliches Eingreifen anstatt durch Wettkampf auf der Strecke entschieden werden musste. Der Tatbestand der Flaggenmissachtung ist mit der Entscheidung der Sportkommissare jedoch nicht vom Tisch. Hierzu wird sich Friedrich noch vor dem DMSB in Frankfurt verantworten müssen.

DD2-Masters: Schumacher lässt nichts anbrennen
Thomas Schumacher (CRG) ließ im Hinblick auf den Gesamtsieg nichts mehr anbrennen. Im Zeittraining musste sich der Naurother noch hinter Wittgenborn-Sieger Thomas Piert (FK) einordnen, der auch die Pace im Prefinale vorgab. Als Piert aber in der vorletzten Runde mit einem technischen Defekt die Box ansteuern musste, war der Weg zum Sieg frei. Schumacher gewann vor einem exzellent aufgelegten Konrad Bayer (CRG) und Michael Becker (Zanardi) auf Platz drei.

Klare Verhältnisse herrschten im Finale: Schumacher fuhr mit einem ungefährdeten Sieg zum Meisterschaftsgewinn und sicherte sich zudem das begehrte Weltfinalticket seiner Klasse. Hinter dem Mann des KV Oppenrods lief Becker als Zweiter ein und verdrängte Placido Andrisani (FK) auf den dritten Rang der Tageswertung.

DD2-World: Wagner feiert Sieg und Titel
Auch beim letzten Rennen des Jahres war kein Kraut gegen Simon Wagner (Praga) gewachsen. Von der Pole-Position aus gestartet, gewann der Österreicher beide Läufe und damit auch die Gesamtwertung 2012. In Hahn konnte einzig Andre Huber (FK) das Tempo des neuen Meisters mitgehen – auch wenn er den Doppelsieg mit zwei zweiten Plätzen und der schnellsten Rennrunde im Prefinale nicht verhindern konnte. Komplettiert wurde das Podium am Abend von Pascal Marschall (CRG), der sich im Finale noch kurz vor Rennende den dritten Platz erkämpfen konnte.

In der Meisterschaft freute sich derweil nicht nur Wagner über den Titelgewinn und die Weltfinalteilnahme. Auch Patrick Henke (LH) – in Hahn nicht am Start – durfte als Vizemeister jubeln und wird als bestplatzierter Deutscher zu den Grand Finals reisen.

Den feierlichen Abschluss der Saison beschritt man am Sonntagabend mit der Tages- und Meisterehrung 2012. Neben den obligatorischen Pokalen wurden Siegerprämien im Gesamtwert von über 40.000,- Euro ausgeschüttet. Insgesamt 62 Freiteilnahmen für die RMC 2013 warteten ebenso auf die Bestplatzierten, wie die fünf Tickets zu den “Grand Finals“. Mit Christopher Dreyspring, Christopher Friedrich, Thomas Schumacher, Patrick Henke und Simon Wagner hat die RMC auch dieses Jahr einen schlagkräftigen Kader hervorgebracht, der Ende November die ROTAX-Eilte im portugiesischen Portimao aufmischen wird.

“Die RMC 2012 war so spannend wie noch nie“, resümierte RMC-Chef Peter Kessler, “und dass es in der MAX-Klasse auf diese Art und Weise enden musste, haben wir uns weiß Gott anders vorgestellt. Aber so ist Motorsport nun einmal. Ich bin mir aber sicher, dass die beiden Kontrahenten – die ich persönlich nur als faire Sportsleute kenne – das Geschehene mit der richtigen Einstellung verarbeiten und für sich selbst bewerten werden“.

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