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ÖSTERR. TEAMSTAATSMEISTERSCHAFT, BRUCK/LEITHA, 22.06.2012

ÖTSM: Hot Games in Bruck

Bei mehr als 30° im Schatten ging in der Speedworld Pachfurth das dritte Treffen der ÖTSM - Gemeinde über die Bühne. Wie schon in Rechnitz konnten nach dem freien Training keine Tendenzen erkannt werden , denn 19 der 23 Teams fanden sich in einer Sekunde.

Text: Georg Gruber, Fotos: Hannes XL Gsell

Auffällig war nur, dass man sich bei Hörle Racing Krone Hit zurückhielt mit den Trainingsrunden, was entweder massive technische Probleme vermuten ließ, oder dass Andrej Hörles Truppe bereits in den Wochen davor alle Hausaufgaben erledigt hatte.

Ab dem Qualifying für das 6h Rennen war dann klar, dass Hörle hier die weiße Weste von SRT p.b. B&B gehörig anpatzen wollte, hatten doch die Blumenkinder rund um Karl Spieß bisher alle Rennen in dieser Saison gewonnen. Hörles Kart Nr. 75 holte sich mit Manuel Tenschert am Steuer die Poleposition und damit war der Fehdehandschuh geworfen.

Doch unmittelbar vor dem Start der Knalleffekt. Da man zu spät zur Startaufstellung kam, musste sich Startfahrer Tenschert am Ende des Feldes anstellen. Damit war bei der Ausgeglichenheit des Feldes eigentlich nicht mehr mit dem Krone Hit Kart zu rechnen. Doch 6 Stunden sind eine lange Zeit.



Bedingt durch die unterschiedlichen Tankstrategien war bis zur Hälfte des Rennens nur schwer erkennbar, wer denn nun wirklich vorne lag, aber mit etwas angewandter Mathematik, zeichnete sich doch eine Führung für SRT P.b. B&B (Nr. 39) ab. Erkennbar war dies nur mit angestrengtem Rechnen, denn insgesamt lagen in diesem 6-h Rennen neun Teams irgendwann einmal in Führung. Ab der Halbzeit begannen sich dann einige Dramen abzuspielen.

Und zum allerersten Mal in diesem Jahr passierte bei den Gesamtführenden ein von außen erkennbarer Fehler. Durch eine Neukonstruktion zum schnelleren Reifenwechseln verlor man bei SRT/B&B ein Vorderrad. Der Weg zurück in die Box war lang. Die Analyse zeigte den Fehler auf und danach musste man noch einmal an die Box. Irgendwo um Platz 10 fand man sich danach wieder und damit wurde das restliche Rennen eine Aufholjagd für die Truppe um Karl Spieß und Hannes Neuhauser sr., um den Schaden für die Meisterschaft zu begrenzen.

Noch schlimmer erwischte es Eastreal p.b. Brenntag (Nr. 28): Nicht nur, dass man Rene Symjn wegen einer ernsthaften Erkrankung vorgeben musste. Auch Andi Heisinger trat mit gerissenen Bändern im rechten Knöchel an (der Wiener hatte sich wegen des Rennens Donnerstag abends selbst von seinem Beingips befreit). Für Symjn konnte man noch Ersatz in Form von Andreas Amon finden. Doch da auch Chefmechaniker Erich Klima beim Histo-Cup in Hockenheim weilte, blieb der größte Teil der Arbeit im Team an Roberto Pesevski hängen. Der meisterte seine Rolle als "Driving Captain" perfekt, aber was nützt das wenn die Technik nicht mitspielen will. So litt man ab Halbzeit des 6h Rennens unter schweren Bremsproblemen, hatte mehrere Boxenstops zu absolvieren und beendete das Rennen schließlich auf Platz 14.

Nicht ganz so schlimm erwischte es PKR p.b. Universal Druckerei (Nr. 23): Unterwegs zu einer sicheren Platzierung am Podium, verlor man gleich zweimal den Ölauffangbehälter und wurde damit vom Podest gestoßen.



Für eine Premiere der besonderen Art sorgte speedarena.at (Nr. 99). Dem Team bleibt die zweifelhafte Ehre, den ersten Motorschaden seit der Einführung der V2 Motoren zu verbuchen. Das ausgerechnet zwischen Kurve 1 und 2. Durch die gewaltige Ölspur kam der eine und andere Mitbewerber auch schon einmal von der gewünschten Fahrspur ab. Pilotin Nicole Kronsteiner gab sich zerknirscht: "Ohne Ankündigung ist mir der Motor hochgegangen. Es ist zum heulen, wir wären ganz sicher in die Top 10 gefahren und mit etwas Glück wäre auch noch P7 drinnen gewesen".

Von all dem unbeeindruckt zog man bei Hörle Racing Krone Hit seine Runden, lag nach 57 Minuten bereits für kurze Zeit das erste Mal in Führung und drehte mit Mario Novak am Steuer sicherheitshalber auch noch mit 46,273 die schnellste Rennrunde. Kein Fehler, keine Zwischenfälle, perfekte Technik und ein tolles Team führten so nach 6 Stunden mit 2 Runden Vorsprung (!) zu einem überlegenen Rennsieg. Teamchef Andrej Hörle: "Ohne das Pech von SRT p.b. B&B wäre es eng geworden, aber offensichtlich haben die Jungs den Kick vom letzten Startplatz gebraucht. Ich bin mächtig stolz auf mein Team".



Rang 2 ging an M&P Holzbau. Das Team um Peter Preisinger lieferte ein solides Rennen ab, haderte lediglich ein wenig mit dem Reifensetup, erlaubte sich sonst aber keine Fehler. "Klar haben wir von den Problemen bei Eastreal/Brenntag und SRT/B&B profitiert ", gab Preisinger nach der Siegerehrung zu Protokoll, " aber für mich heißt das, dass mein Team besser vorbereitet war und besser gearbeitet hat. Sowohl auf als auch abseits der Strecke. Das ist ein Superergebnis für uns."

Dritte wurden die Titelverteidiger von Die Continentale p.b. HKS (1). Diesmal ohne Teamchef Stefan Haimbuchner unterwegs, übernahm Hannes Mayer das Kommando im Team und brachte ein Setup zustande, das die bayerisch/kärnterische Fahrgemeinschaft ganz gut aussehen ließ. BMW/DTM - Mechaniker Mayer: "Bei einem Kart-Setup musst Du alles vergessen was Du an einem Rennauto gelernt hast. Da gelten andere Gesetze. " Dabei war es am Ende für die Nr. 1 noch eng geworden. Ein Reifendefekt und eine Stop&Go Strafe brachte das Team noch einmal in Bedrängnis. "Sonst wären wir auf P2 gefahren", gab sich Teamyoungster Markus Haimbuchner überzeugt.
Platz 4 ging an PKR p.b. Universal Druckerei(23). Ohne die Probleme mit dem Ölauffanggefäß wäre man sicher am Stockerl gestanden.

SRT p.b. B&B (39) übte mit P5 Schadensbegrenzung.
Sechste und damit bestes Team der Masterswertung wurde Eastreal Power Racing (60). Tom Urbaneks "Altherrenteam" lag zwischenzeitlich (nicht tankstoppbereinigt) sogar mal kurz in Führung, aber Urbanek war auch so mit der Leistung des Teams zufrieden. "Ich war nach den Ergebnissen der ersten beiden Rennen schon am Überlegen das Projekt Masterswertung zu stoppen und wieder junge Piloten einzusetzen, aber jetzt ziehen wirs durch", freute sich der Wiener.

Rang 7 ging an PAA Racing p.b. Bulla (9). Im direkten Kampf mit Eastreal Power Racing kämpfte man um den Sieg in der Masterswertung, bis ein Reifenschaden die Salzburger etwas zurückwarf.



Platz 8 holte sich Machacek Motorsport (5). Auch dort verhinderten mehrere Reparaturstopps ein besseres Ergebnis. Dafür hatte man mit Daniel Machacek den jüngsten Fahrer des Wochenendes im Team.

Auf P9 fand sich BP Ultimate p.b. Kartkom (44) wieder, nachdem ein technischer Defekt das Team bis auf Rang 17 zurückgeworfen hatte.

Zehnte wurden die Mannen von Bodystream Racing und belegten damit Rang 3 in der Masterswertung.



Die Sprintrennen
Am Sonntag ging es dann bei noch größerer Hitze weiter. Geheimnis war sicherlich das Reifen-Setup, aber auch die Kondition der Piloten trug entscheidend bei.

Im ersten Sprint des Tages demonstrierte Hannes Neuhauser (SRT/B&B) seine Überlegenheit. Dahinter spielte es sich gehörig ab. Hannes Gsell bis 5 Runden vor Schluss abgesichert auf P2 fahrend wurde von einem gebrochenen Bremspedal heimgesucht, rettete aber - gänzlich ohne Bremskraft - noch den 4. Rang. Luca Waldherr (Machacek Motorsport) konnte nach langem Kampf um Platz 2 Markus Neumüller (BP Ultimate p.b. Kartcom) in die Schranken weisen. Eigentlich auf Rang 4 ins Ziel gekommen wurde das Bodystream Kart wegen Untergewichts auf P 20 versetzt. Andreas Heisinger (Eastreal/Brenntag) musste wegen eines technischen Defekts von ganz hinten starten, und lieferte eine furiose Aufholjagd bis er über Jürgen Winkler (Paa Racing p.b. Bulla) stolperte und dafür eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Damit landete der rekonvaleszente Wiener auf Platz 8. Und Hannes Mayer (Die Continentale p.b. HKS) stellte sein Kart ohne von außen ersichtlichen Grund nach 17 Runden auf P6 liegend vorzeitig ab, doch die Gründe dafür lagen wohl in Lauf 2.

Sprint 2
Denn da lieferte Michael Gmundner ein perfektes Rennen mit eben diesem Kart ab. Hinter vorgehaltener Hand tuschelte man im Fahrerlager, dass Mayer offensichtlich nur das perfekte Setup für Gmundner herauszuarbeiten hatte. Sollte das der Plan gewesen sein, ging er jedenfalls auf. Gmundner hatte allerdings kein leichtes Spiel, denn Stefan Jilka (SRT p.b. B&B) setzte den Kärntner bis zum Schluss unter Druck. Rang 3 ging sensationell an Stefan Leistner-Mayer von Just Kamikaze Racing. Der war zwar Nutznießer einiger Geplänkel vor ihm (unter anderem PKR/Universal Druckerei, Eastreal/Brenntag und M&P Holzbau), was der Leistung des Fahrers aber keinen Abbruch tut. Diesmal musste Mario Novak (Hörle Krone Hit) von ganz hinten starten, aber nach zwei Kollisionen war das Rennen für das Wiener Talent vorbei.



Im dritten Sprint zeigte Sigi Perchtold seinen Nr. 1 Status bei PKR p.b. Universal Druckerei. Der Steirer arbeitet sich pro Runde um 1 bis 2 Zehntel von seinen Verfolgern weg und machte mit dem Laufsieg seinen Teamchefs Mario Krall und Christoph Pichler damit eine Riesenfreude. Daniel Sutil (SRT/B&B) war derjenige, der Perchtold noch am nächsten kam, aber er musste sich mit Platz 2 zufrieden geben. Im Kampf um Rang 3 flogen dann wieder die Fetzen und der Geduldigste wurde mit dem dritten Stockerlplatz belohnt. Roland Lammel von Eastreal Power Racing (60) machte damit auch in der Masterswertung wichtige Punkte.

In Sprint 4 konnte dann endlich Mario Novak seiner Favoritenrolle gerecht werden und fuhr für Hörle Racing Krone Hit einen überlegenen Start-Ziel Sieg ein. Gleichzeitig drehte er mit 46,060 die schnellste Runde des Tages. Lukas Hackensellner (SRT/B&B) lieferte sich lang ein Match mit Tommy Helfinger (Die Contninentale/HKS)um Platz 2, welches er am Ende knapp für sich entscheiden konnte.



Lauf 5 begann mit einer Massenkollision zwischen Kurve 1 und 2, wobei gleich Hannes Mayer und Stefan Machacek auf der Strecke blieben. Vorne an der Spitze lieferte sich Polesetter Andreas Heisinger (Eastreal/Brenntag) mit Hannes Neuhauser (SRT/B&B) ein langes aber faires Duell um den Sieg. Als jedoch der Wiener (der sich Donnerstags in Eigenregie den Gips vom rechten Bein montiert hatte) mit dem verletzten Knöchel gegen das Pedal stieß, war es für kurze Zeit mit der Gegenwehr vorbei. Mit zusammengebissenen Zähnen brachte Heisinger sein Kart auf P2 hinter Neuhauser ins Ziel. Rang 3 belegte erneut Markus Neumüller für BP Ultimate p.b. Kartcom.

Im 6. Heat siegte Roberto Pesevsky überlegen für Eastreal/Brenntag. Der "Driving Captain" der Nr. 28 ließ der Konkurrenz keine Chance. Dahinter gab es einen intensiven Vierkampf den schließlich Lukas Hackensellner (SRT/B&B) vor Michael Gmundner (Die Continentale/HKS) für sich entschied. Die Ränge 4 und 5 blieben für Manuel Tenschert (Hörle Krone Hit) und Jürgen Heidenhofer (PKR/Universal Druckerei).

Das siebente Rennen holte sich erneut Sigi Perchtold für PKR p.b. Universal Druckerei. Wieder war gegen den Steirer kein Kraut gewachsen. Und die Konkurrenz hatte ohnehin mit sich selbst zu tun. Andreas Amon (Ersatzpilot bei Eastreal/Brenntag für Rene Symjn) schaffte es ganz knapp Daniel Sutil (SRT/B&B) auf Platz 3 zu verweisen.

Der achte und letzte Sprint des Tages ging erneut an Roberto Pesevski (Eastreal/Brenntag) diesmal aber nach heftigem Zweikampf und mehreren Führungswechseln mit Stefan Jilka (SRT/B&B). Tommy Helfinger holte für die Continentale p.b. HKS abschließend Rang 3. Als Besonderheit sei hier vermerkt, dass neben Roberto Pesevski auch zwei weitere Teamchefs ins Steuer griffen, die sonst nur noch an der Boxenmauer zu finden sind. Karl Spiess - eigentlich Teamchef von SRT p.b. B&B - stieg für SiteXs Databusiness (2) ins Kart und verfehlte die Punkte mit Rang 16 ganz knapp. Auch Michael Meier, Teamchef von Meier Racing Motorsport (3) musste als Ersatzfahrer im eigenen Team aushelfen. Für Punkte reichte es leider auch bei ihm nicht.
Am Ende des Tages ergaben sich damit folgende Wertungen:


Fahrerwertung gesamt
1. Mario Novak, Hörle Racing KRONE HIT
2. Roberto Pesevski, Eastreal p.b. Brentag
3. Sigi Perchthold, PKR p.b. Univerasl Druckerei

Fahrerwertung 195kg
1. Johannes Neuhauser, SRT p.b. B&B
2. Andreas Heisinger, Eastreal pb Brenntag
3. Luca Waldherr, Machacek Motorsport

Masterswertung
1. Michael Gmundner, Die Continentale p.b. HKS
2. Andreas Amon, Eastreal p.b.Brenntag
3. Tommy Helfinger, Die Continentale p.b. HKS

Juniorenwertung
1. Luca Waldherr, Machacek Motorsport
2. Christoph Klammerberger, Meier Racing Motorsport
3. Constantin Cernov, BP Ultimate p.b. Kartcom

Ladieswertung
1. Nicole Kronsteiner, Speedarena.at
2. Evelyn Enzenhofer, PAA Racing pb Bulla
3. Nikola Meier, Meier Racing Motorsport

Masters Teamwertung
1. Eastreal Power Racing
2. PAA Racing pb Bulla
3. Createam MSC New Generation

Sprint Teamwertung
1. SRT pb B&B
2. Eastreal pb Brenntag
3. PKR pb Universale Druckerei

In der Gesamtwertung führt SRT p.b. B&B mit 136 Punkten vor BP Ultimate p.b. Kartcom und die Continentale p.b. HKS die mit jeweils 80 Punkten Rang 2 einnehmen.

In der Mastersteamwertung findet sich PAA Racing p.b. Bulla an der Spitze verfolgt von den punktegleichen Sitexs Databusiness und Eastreal Power Racing

Umso spannender wird die Fahrerwertung, denn vor den letzten Sprints in Amfping im September sind die ersten vier Piloten (Stefan Jilka, Daniel Sutil, Roberto Pesevski und Mario Novak) nur durch 3 Punkte getrennt.

Bei den Masters führt Tommy Helfinger vor Michael Gmundner und Herwig Heckl.

In der 195kg Klasse liegt derzeit Hannes Neuhauser vor Andreas Heisinger und Markus Neumüller in Führung.

Bei den Junioren führt Luca Waldherr vor Constantin Cernov und Christoph Klammerberger.

Platz 1 bei den Damen hält derzeit Petra Dimmer vor Nikola Meier und Claudia Aigner.

Die nächste Veranstaltung der ÖTSM ist gleichzeitig das Saisonhighlight. Bei den 24 Stunden von Saalfelden könnte SRT p.b. B&B bereits den ersten Matchball für den Titelgewinn verwerten. Umgekehrt könnte danach die Meisterschaft für das Finale erneut spannend werden.

Autorenverweis
ÖTSM: Saalfeldner Waterworld
ÖTSM: Hot Games in Bruck
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