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ÖTSM, RECHNITZ (BGLD), 26.27.10.2009

ÖTSM: Familienfest in Rechnitz

Das Finale der ÖTSM stand am letzten Septemberwochenende in der Speedarena Rechnitz an und 19 Teams fanden sich zu einem Familenfest mit motorsportlichem Background ein. Familienfest deshalb weil unter anderem gleich 2 Hochzeiten nachgefeiert werden durften. So hatte sich sowohl Regina Pilot Jürgen Winkler als auch HKS–Racer Hannes Mayer am 12.09.2009 entschlossen, ab sofort das Rennen des Lebens mit Copilotin zu fahren. Auch von dieser Seite sei beiden Brautpaaren noch einmal herzlichst gratuliert und alles Gute gewunschen.

Bericht: Georg Gruber, Fotos: Petra Klima


Fotoalbum ÖTSM in Rechnitz - Fotos von Petra Klima

Renngefahren wurde natürlich auch und bereits am Freitag davor getestet und irgendwie war bereits da abzusehen, dass Mannschaften die schnell Motor tauschen können, klar im Vorteil sein werden. Eine ganze Lieferung nagelneuer Kurbelwellen gab Stück für Stück nach nur sehr kurzer Laufzeit auf, und bei Betrachtung der Schäden musste festgestellt werden, dass offensichtlich ein Produktionsfehler vorlag, weil ausnahmslos alle an der gleichen Stelle brachen.



Aus organisatorischen Gründen wurde das Sechsstundenrennen bereits am Samstag abgehalten und niemand konnte ahnen, dass bereits im freien Training, die endgültige Meisterschaftsentscheidung fallen würde. Markus Haimbuchner rauschte mit dem HKS – Kart um die erste Kurve, als sich unmittelbar vor ihm das Kart von AK – Racing eingedreht hatte. Ein Frontalzusammenstoß war unvermeidlich und danach hatte das HKS – Chassis nur noch Schaukelstuhlqualitäten. Verzweifelt versuchte man bis zum Rennen das Chassis einigermaßen hinzubiegen, aber selbst Teamchef Stefan Haimbuchner verzweifelte an dieser Aufgabe.

Im Qualifying gab es dann die nächste Überraschung denn die Topfavoriten AEM Racing und Pankl Kart Racing standen „nur“ in Reihe 2. Poleposition holte sich das Krone Hit Team von Andre Hörle und daneben postierten sich die Lokalmatadoren, das Team der Speedarena Rechnitz.



Punkt 13:00 Uhr ließ Rennleiter Geza Toth die Rotlichter ausgehen und los ging die Hatz. Dann gab’s ein Rennen mit spannenden Fernduellen die oft durch taktische Finessen, speziell in den Boxen entschieden wurden und vielen teilweise kuriosen Zwischenfällen von denen einer sicherlich absolut einmalig ist und daher hier geschildert wird: Erich Klima war nicht nur Schrauber am Kart von AEM – Racing (wo Filius Dominik am Steuer saß), sondern auch Fahrer im Senza Junioren Team (dort fuhr Töchterchen Jessica), weil man doch irgendeinen Fahrer mit dem nötigen Kampfgewicht für die schweren Turns brauchte. Nun war das Juniorenteam im Rennen absolut vom Pech verfolgt. Wegen einer beschädigten Felge, hatte es schon zweimal das linke Hinterrad abgerissen und der obligatorische Kurbelwellenschaden hatte auch schon einen Motorwechsel erforderlich gemacht. Man lag mit hoffnungslosem Rückstand auf dem vorletzten Platz als Erich Klima das Steuer zu seinem Turn übernahm.

Doch schon nach kurzer Zeit überholte er einen heftig gestikulierenden Rene Symjin, der Klima bedeutete, dass ganz offensichtlich jetzt seine Kurbelwelle den Dienst quittiert hatte. Klima den gefährdeten Erfolg des Teams seines Sohnes vor Augen, rauschte also in die Box, sprang aus dem Kart, wechselte gemeinsam mit Roman, dem Mechaniker für alle, in Windeseile den Motor, setzte sich danach wieder ins Kart und fuhr seinen Turn fertig. Grosses Erstaunen machte sich wegen dieser Aktion im Fahrerlager breit, aber was tut man als Vater nicht alles für den Erfolg der Kinder, da kann man schon mal ein aussichtslos gewordenes Rennen kurz unterbrechen.

Vorne an der Spitze setzte sich Pankl Racing langsam aber sicher ab, und man muss besonders hervorheben dass die Steirer durch ein Missgeschick am Start erst von der Linie kamen, als das ganze Feld schon um die erste Ecke war. Also aufholen, überholen, und Vorsprung ausbauen, war die schließlich perfekt umgesetzte Devise bei Pankl und endlich konnte man damit auch einmal ein Langstreckenrennen gewinnen.



Platz 2 holte sich Cerberus IT p.b. KCM. Dort hatte man bereits im Training einiges an Schwierigkeiten zu erdulden, dafür ging es dann im Rennen umso besser. Rein rechnerisch hatte man auf die Sieger die Lächerlichkeit von 12 Hundertstel pro Runde verloren.

AEM kam trotz Motorwechsel noch auf Platz 3 ins Ziel und wurde damit vorzeitig zum, weiß der Teufel wievielten Mal, Staatsmeister. Aber die Saison zeigte schon, dass die Konkurrenz näher rückt, und wer weiß, ob die Herrschaften nächstes Jahr nicht noch härter zu kämpfen haben.

Rang 4 holten sich nach einem fast problemlosen Rennen die Waldviertler Freunde von SVNM Racing. Mit konstanten Runden hatte man sich schon fast in Richtung Podest aufgemacht.



Währenddessen zeigte HKS – Motorsport mit Rang 5, wie perfekte Schadensbegrenzung aussieht. Die Freunde aus Bayern mit dem frischgebackenen Ehemann in ihren Reihen hätten allerdings vor AEM ins Ziel kommen müssen um die Meisterschaft noch offen zu halten.

Platz 6 ging an SiteX Business wo man erneut in der Masterswertung ganz vorne landete.

Siebte wurden die Lokalhelden aus Rechnitz. Die Speedarena zeigte dass sie nicht nur eine coole Bahn sondern auch verdammt schnelle Fahrer hat.



Rang 8 belegten die Dame und die Herren von Regina Racing. Dort wäre mehr drinnen gewesen aber die Technik spielte den Salzburgern einige Streiche.

Das Eastreal Power Team belegte Platz 9 und wird immer mehr zum Garanten für Top – Ten Plätze.

Rang 10 holte sich die MSRR Speedacademy, die damit erneut vor dem Hauptteam ins Ziel kam.

Die weiteren Plätze:

11. AK Racing
12. Traumbad.at
13. MSRR Telacc
14. kartfriends Kärnten
15. DKB Stöckl Hütte
16. SiteXs Racing Team
17. Senza Junioren
18. Hörle Racing Krone Hit
19. TOC Eastreal


So ging man also in den finalen Sonntag, an dem noch einmal 8 Sprintrennen am Plan standen.

Im ersten Sprint stellte Manuel Tenschert das Krone Hit Kart erneut auf Pole. Im Rennen aber konnte er gegen Marcus Kling von AEM nichts ausrichten und musste sich hinter dem Deutschen mit Rang 2 begnügen. Rang 3 belegte Hannes Dechler, der zeigte wie schnell man bei DKB sein kann, wenn die Technik nur mitspielt.

Heat 2 war eine klare Angelegenheit von Dominik Klima (AEM), begünstigt durch einen technischen Defekt bei Jürgen Heidenhofer. Überhaupt fielen in diesem Sprint gleich 6 Karts aus. Rang 2 holte sich Philip Wurglits vom Speedarena Team und dritter wurde Michael Lackermaier von KCM.

Lauf Nummer 3 lieferte den zweiten höchst kuriosen Zwischenfall an diesem Wochenende, sodass hier näher darauf eingegangen wird.
An der Spitze war eigentlich alles klar, Rene Symjn (AEM) fuhr einen überlegenen Sieg vor Mario Jaburek (Cerberus) nach Hause, und Gerold Hofbauer (SVNM) sicherte sich Rang 3. Aber dahinter ging es zu als müsste man Werbung für den Kartsport machen.

Der Betreiber der Kartsportwebsite schlechthin führte ein Paket an, dass in einer Randsportart „Trullitrain“ genannt werden würde. Angefeuert von seinen DKB–Teamkollegen verteidigte er seinen 4. Platz bis zur vorletzten Runde und dann griff er in die Trickkiste aus unzähligen Rennen. Beim Überfahren der Ziellinie riss er beide Hände in die Höhe und siehe da der ganze Pulk (Erich Klima/Senza Junioren; Gerhard Brandl/Traumbad.at; Peter Preissinger/Speedarena) wurde langsamer und fuhr eine Auslaufrunde.



Erich Klima hatte allerdings Schützenhilfe an der Strecke. Den seine wie immer die besten Kartfotos schiessende Gattin Petra, konnte durch Handzeichen ihren Ehemann doch noch einmal animieren aufs Gas zu steigen und da begann plötzlich der große Sprint ins Ziel. Kolossales Amüsement auf den Zuschauerrängen und am Nervenzusammenbruch vorbeischrammende Teamkollegen waren das Resultat dieser Aktion. Ach ja, und der Trickser verlor doch noch eine Position und wurde hinter Erich Klima 5.

Der 4. Run lieferte vom Qualifying weg die ersten drei in unveränderter Reihenfolge. Roberto Pesevski (AEM), Thomas Taus (Cerberus) und Ferdinand Pöppel (SVNM) belegten die Ränge 1–3, dahinter ging’s einigermaßen ruhig zu.

Lauf 5 zeigte dann den Angriff der Jugend auf das Establishment. Dominik Klima und Jürgen Heidenhofer setzten sich wie im Qualifing auf den Plätzen eins und zwei in Richtung Zielflagge ab, während dahinter ein beinharter Kampf um Platz 3 tobte. Michael Lackermaier musste sich mit allen Tricks seiner langjährigen Kartkarriere gegen die ungestümen Angriffe der beiden 14-jährigen Bence Nagy und Ines Gruber wehren. Lackermaier setzte sich noch einmal durch, aber die Jugend hofft schon aufs nächste Treffen.

Das sechste Rennen brachte erstmals ein anderes Team auf die Siegerstrasse. Manuel Tenschert von Hörle Racing p.b. Krone Hit siegte überlegen, vor Mario Jaburek (Cerberus) und dem „nur“ drittplatzierten Rene Symjn (AEM). Dazwischen gab es eine unschöne Aktion die anderswo für Riesenwirbel gesorgt hätte, hier waren die Gemüter sehr schnell wieder abgekühlt. Auch das geht nur bei einem freundlichen Familienfest.



Heat 7 lieferte dann einen spannenden Vierkampf um den Sieg. 24 Runden Volldampf und danach lächerliche 709 Tausendstel vom ersten bis zum vierten. Aber irgendwie schaffte es Markus Kling (AEM) vor Hannes Dechler (DKB), Thomas Taus (Cerberus) und Mario Krall (Pankl) ins Ziel zu kommen.

Der letzte Sprint der Saison ging dann an Jürgen Heidenhofer, der sich damit auch noch die Tageseinzelwertung sicherte. Der Motor von AEM wusste wann genug ist und gab 11 Runden vor Schluss den Geist auf. Rang 2 ging an von seinem Team lautstark angefeuerten Berni Hösch(Krone Hit) und Dritter wurde Andreas Amon.

Sämtliche Wertungen und sonstigen Daten sind auf www.kartmasters.com zu finden.

Abschließend sei gesagt, dass entgegen aller Unkenrufe die ÖTSM sich steigender Beliebtheit erfreut. Aber Sigi und Christian Konrad nehmen sich die Freiheit auszusuchen, wer an solchen Familienfesten mit motorsportlicher Untermalung teilnehmen darf. Störenfriede, Randalierer oder sonstige unsportliche und unfreundliche Geister sind nicht erwünscht. Dies macht aus der ÖTSM die wahrscheinlich familiärste und freundlichste Rennserie in Österreich.

Damit das auch so bleibt, planen die Konrads schon die Spielregeln für die Saison 2010 und werden rechtzeitig die Termine und Strecken der nächstjährigen Familienfeiern bekannt geben.

Autorenverweis
ÖTSM: Familienfest in Rechnitz
Austrian Karting Challenge in Rotthalmünster
ÖM2009: Austrian Kart Open - Der Sonntag
AKC Pannoniaring: Pustaexpress
ÖTSM–Greinbach: Die 4-Takt Show geht weiter

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