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austrian karting challenge, ROTTAL (D), 03.10.2009

Austrian Karting Challenge in Rotthalmünster

Das geringste Starterfeld des Jahres fand sich zum Ersatztermin im Kartsportzentrum Buch ein und lieferte dort einen Qualitätsbeweis ab, der schlussendlich Andreas Gaiseder zum Weitermachen motivierte. Hatte man im Juli wegen starker Regenfälle das Rennen in Bayern absagen müssen, so spielte das Wetter diesmal mit und alle 40 Teilnehmer konnten unter besten Bedingungen die vorletzte AKC – Veranstaltung 2009 in Angriff nehmen.

Bericht: Georg Gruber, Fotos: Petra Klima


Fotoalbum AKC in Rottal - Fotos von Petra Klima

Rotax Max Junioren – Wagnermania!

Julian Wagner war bei den jüngsten der Fahrer des Tages. Während er im freien Traning noch etwas tiefstapelte, legte der Bursche im Qualifying eine Traumrunde hin mit der er im Seniorfeld (!) auf P 2 gestanden wäre. Und als man bei M-Tec – Wagner noch ganz verwundert tat, wegen der Rundenzeit, war den anderen im Fahrerlager schon klar, dass Julian an diesem Renntag unpackbar sein würde. Hinter dem Mauthausener Schüler setzte sich „Leider – Doch - Nicht – Staatsmeisterin“ Sandra Simbürger vor Stefan Riener und Marcel Müller durch. Müller wurde jedoch für zu leicht befunden und daher auf den letzten Startplatz versetzt, wodurch Ralph Lintner in Reihe 2 nach vor rücken durfte.



Rennen Nummer 1 war eine klare Sache für Wagner, der dem Feld zuerst davonfuhr und dann seinen Verfolger Stefan Riener locker kontrollierte. Sandra Simbürger belegte Rang 3. Florian Janits und Christopher Höher konnten ihre guten Trainingsleistungen kollisionsbedingt nicht umsetzen, während Florian Wiesinger und Ralph Lintner sich die Plätze 4 und 5 erkämpften. Marcel Müller kam immerhin vom letzten Startplatz noch bis auf P6 nach vor.

Auch der 2. Rennlauf wurde klar von Julian Wagner dominiert. Obwohl Stefan Riener diesmal näher dran war, hatte Wagner doch zu jeder Zeit alles im Griff. Sandra Simbürger wurde erneut Dritte. Dahinter gings über längere Zeit etwas härter zur Sache und im Ziel fanden sich dann Marcel Müller, Florian Wiesinger und Dominik Herler auf den Rängen 4 – 6. Zu Müller ein Wort: Der ruhige nette Bursche wurde ohne sein Zutun, plötzlich und unerwartet von der OSK zum Rotax Max Juniorenstaatsmeister (präzise Pokalsieger) erklärt.



Nachvollziehbare Argumente, die zu dieser Entscheidung führten, wurden dem Autor dieser Zeilen allerdings vorenthalten. Nun ist Müller sicher ein Motorsportler durch und durch, doch in Rotthalmünster dürfte man es doch etwas übertrieben haben. Müller startete nicht nur bei den Junioren sondern auch bei den Shiftern, und wer die Bahn in Buch kennt, der weiß wie kräfteraubend selbige ist. Im Endeffekt war sicher auch diese konditionelle Überbelastung mit ein Grund, warum Müller weder dort noch da ganz oben am Treppchen der Tagessieger landen konnte.

Rennen Nummer 3 sah erneut den selben Sieger. Diesmal durfte hinter Julian Wagner jedoch Sandra Simbürger über Rang 2 jubeln, während Stefan Riener Dritter wurde. Müller, Wiesinger und Oliver Ofner belegten die Ränge 4 – 6. Das Rennen bot speziell im Mittelfeld über die längste Zeit Kartsport vom allerfeinsten und schon allein deshalb wäre es schade gewesen wenn man die AKC im nächsten Jahr in Rente geschickt hätte.

Die Tageswertung ging klarerweise an Julian Wagner vor Stefan Riener und Sandra Simbürger.



Die Mädels:

Leider finden sich nur noch bei den Rotax Junioren weibliche Teilnehmer, in den anderen beiden Klassen herrscht leider chromosonelle Einstimmigkeit. Sandra Simbürger wurde bereits besprochen, die 17-jährige Schülerin holte Tagesplatz 3. Jessica Klima und Ines Gruber ging’s da weniger gut, die Tonykart – Teamkolleginnen kämpften eher im hinteren Mittelfeld. Jessica Klima konnte immerhin zweimal auf Rang 10 fahren. Ines Gruber hingegen musste im ersten Lauf feststellen, dass Gras weniger Grip bietet als benötigt, und im 2. Rennen dann wegen einer defekten Kette weinen. In Lauf 3 schaffte die Garserin wenigstens noch Platz 8.



Rotax Max Senior - Übermut tut selten gut.

Sandro Lukovic wusste, dass er in Rottal den Sack zumachen kann. Und der Wiener erledigte seinen Auftrag bereits im Qualifying perfekt. 2 Zehntel Vorsprung auf Dauerrivale Simon Wagner sicherten die Poleposition. Dahinter fand sich ein entfesselter Rainer Krenn und neben ihm Robert Ortner. Alexander Veit fand sich auf Rang 5 wieder. Diese fünf waren dann auch diejenigen welche in den verschiedensten Formen spektakulären Kartsport vom feinsten ablieferten.



Rennen 1 zeigte eine One – Man Show von Sandro Lukovic an der Spitze. Dahinter flogen die Fetzen. Bereits beim Start war mit Robert Ortner das erste Opfer zu beklagen, der Steirer kam ganze 80 Meter weit, dann war es für den Grazer erledigt. Rainer Krenn hielt sich einige Zeit auf Rang 2 bis er von Simon Wagner überholt werden konnte, dann kam es zum Grossangriff von Alexander Veit.

Das ging aber nur bis zur Kurve nach Start – Ziel gut und schwupps lagen 2 Karts im grünen Rasen. Veit schaffte es rasch wieder vom Ausflug ins Grüne zurück ins Renngeschehen, Krenn jedoch konnte erst mit Verzögerung und dann mit soviel Wut im Bauch weiterfahren, dass er sich etwas später in der gleichen Kurve noch einmal – diesmal alleine fahrend – eindrehte. Veit dagegen übte Schadensbegrenzung und kämpfte sich wieder bis auf Rang 3 nach vor. Glück hatte dabei noch Simon Wagner, denn der Oberösterreicher hatte eigentlich eine 10 sec. Strafe ausgefasst. Weil Veit jedoch, bedingt durch die Blumenpflückerei, so weit zurücklag änderte das nichts am Ergebnis. Felix Diesel fuhr auf Rang 4, Karl Riener wurde 5. und Maximilian Hartl belegte Rang 6.



Das 2. Rennen brachte erneut einen Sieg von Lukovic, diesmal vor Alexander Veit, weil Simon Wagner offensichtlich mit einem Vergaserproblem zu kämpfen hatte, und Veit daher in der letzten Runde wehrlos passieren lassen musste. Felix Diesel wurde wie im ersten Lauf Vierter vor Robert Ortner und Rainer Krenn.

Was die beiden zeigten war absolute Spitzenklasse. Ortner von Rang 14 gestartet, Krenn von Platz 11, kämpften sich Schulter an Schulter durchs halbe Feld, bis sie dann in den letzten Runden auch gegeneinander fuhren. Und in der letzten Haarnadel vor dem Ziel schaffte es Ortner, der sich zuvor sogar schon einmal gedreht hatte, noch an Krenn vorbeizukommen. In Runde 10 krachte es noch direkt auf der Zielgeraden als Maximilian Hartl und Alexander Hauser aneinander gerieten und bei ihrem heftigen Abflug beinahe Rennleiter Peter Meyer mitgerissen hätten.



Der dritte Lauf brachte dann eine zumindest unnötige Aktion von Lukovic die am ehesten mit einer „riskier ma was – es is eh schon wurscht“ Einstellung erklärbar ist. Wagner hatte Lukovic kurz nach dem Start überholt und der Wiener, der nach dem 2. Run endgültig als Gesamtsieger feststand, attackierte den Oberösterreicher in Kurve 1 in einer Art und Weise die sonst eher nur Anfängern passiert.

So landete Lukovic zunächst auf Wagners Schulter, danach verkeilten sich die Karts derart in einander, dass Wagner 1 Runde zurücklag, als er wieder zum fahren kam. Lukovic war sich wohl selbst über die Sinnlosigkeit des Überholversuchs im Klaren, suchte er doch nach dem Rennen noch die Rennleitung auf, um eventuelle Belehrungen über sich ergehen zu lassen. Mit diesem Zwischenfall war der Weg frei für die drei Kämpfer des Tages. Robert Ortner lieferte erneut ein furioses Rennen ab und durfte nun endlich auch die Lorbeeren dafür einsammeln. ER siegte vor Alexander Veit, der damit erneut 2. wurde und Rainer Krenn der es in Run 3 endlich auch aufs Stockerl schaffte. Erneuter (ewiger?) Vierter wurde Felix Diesel vor den Streithähnen aus Lauf 2, Alexander Hauser und Maximilian Hartl.



Bedingt durch die doch sehr unterschiedlichen Rennverläufe wurde schließlich Alexander Veit Tagessieger, vor Felix Diesel und Sandro Lukovic.


Die Shifter Challenge – Können 4-Takt Fahrer siegen?

Mathematiklehrer hätten eine Freude mit dem Shifterstarterfeld. Kann man die Piloten doch in der fortgeschrittenen Mengenlehre gleich in verschiedenste Mengen teilen und sie auch wieder vermengen.



Da gibt es zunächst die Jungen und die Alten. Gleichzeitig die „Profis“ und die reinen Hobbyfahrer. Aber aufgepasst jung ist nicht automatisch gleich „Profi“ und alt nicht immer reiner Hobbyfahrer. Aber überlassen wir das einem Mathestudenten und wenden wir uns den Quali zu. Der jüngste (und sicher kein reiner Hobbyfahrer) holte sich die Poleposition. Marcel Müller, wie oben erwähnt auch bei den Junioren unterwegs knallte Bestzeit auf die Strecke vor Benjamin Diesel und Dominik Klima. Dahinter fanden sich noch Jürgen Kreindl und Thomas Grabner. Helmut Stocker zerbröselte es leider schon im Training das Getriebe, so dass der Niederösterreicher unverrichteter Dinge heimfahren musste.



In Lauf 1 zeigte zunächst Dominik Klima das was man als Raketenstart bezeichnen könnte (vielleicht sollte man den Burschen einmal in einen Dragster setzen), allerdings war rasch klar, dass er gegen Marcel Müller nicht viel ausrichten konnte. Vorne weg zog einstweilen Ben Diesel aber gegen Ende des Rennens waren die Positionen erwartungsgemäß umgedreht und so siegte Müller vor Klima, der zwischendurch mal eine Rallye-Cross Einlage lieferte, und Diesel.

Dahinter krachte es in der 5. Runde ganz gewaltig zwischen den Klubkollegen Thomas Grabner, Andreas Kranzl und Hannes Brandstötter. Etwas viel Optimismus beim jungen Hobbyfahrer Grabner, hatte die Kollision ausgelöst und plötzlich sah es im Infield aus wie beim Kegelscheiben. Ausgerechnet Grabner konnte aber noch weiterfahren und mit 2 Runden Rückstand ins Ziel rollen. Auf den Rängen 4 und 5 fanden sich Jürgen Kreindl und Reinhard Brandtner wieder. Zu den beiden und zu ihren Kollegen Wolfgang Johrendt, der in diesem Lauf technikbedingt ausschied, und Helmut Stocker (Schicksal siehe oben) seien einige Sätze erlaubt: Als Brandtner, Kreindl, Stocker und Johrendt von den 4-takt Langstreckenrennen zu den Shiftern wechselten wurden sie milde belächelt bis grausig ausgelacht.

Alle 4 sind nicht mehr in einem Alter wo man so locker im Kartsport von einer Sprosse zur nächsten aufsteigt und daher waren viele im Fahrerlager der Meinung, dass sich die vier Herren übernommen hätten. Der Verlauf der Saison hat den Vieren jedoch Recht gegeben, ihre mutige Entscheidung durchzuziehen und speziell Jürgen Kreindl und Reinhardt Brandtner sind heute ein fixer Bestandteil des vorderen Shifterfeldes.



Lauf 2 zeigte zunächst wieder einen Wahnsinnsstart von Dominik Klima, der aber bald von Marcel Müller und Benjamin Diesel überholt werden konnte. Danach konnte man zusehen wie bei Müller nicht nur die Hinterreifen sondern auch die Kondition des 15-jährigen zusehends nachließen. Doch auch die Reifen von Klima bauten ab und damit schlug die Stunde des Jürgen Kreindl. Vielleicht nicht mehr ganz so schnell wie seine doch deutlich jüngeren Gegner ( es könnte auch am mangelnden Wahnsinn liegen) aber erfahren genug von der Langstrecke hatte der Oberösterreicher seine Reifen so geschont, dass er eine perfekte Schlussattacke reiten konnte und landete damit auf Rang 2, nur von Ben Diesel geschlagen. Klima kämpfte sich auf Rang 3 ins Ziel, vor Hannes Brandstötter und Marcel Müller.

Die Tageswertung ging damit an Benjamin Diesel vor Dominik Klima und Marcel Müller. Masterssieger wieder einmal Jürgen Kreindl.

Bei der Siegerehrung kam dann für viele die erlösende Nachricht, dass es die AKC, trotz aller Schwierigkeiten und Probleme auch im nächsten Jahr wieder geben wird. Andreas Gaiseder und sein MSPA – Team machen vor allem aus Liebe zum Kartsport weiter, denn rein kaufmännisch betrachtet, müsste man über eine Zwangseinschläferung der Serie nachdenken.




Die letzte Veranstaltung mit anschliessender Jahressiegerehrung findet am 3. Oktober in der Speedworld Bruck/Leitha statt.

Link zur Rennserie: www.mspa.at

Autorenverweis
ÖTSM: Familienfest in Rechnitz
Austrian Karting Challenge in Rotthalmünster
ÖM2009: Austrian Kart Open - Der Sonntag
AKC Pannoniaring: Pustaexpress
ÖTSM–Greinbach: Die 4-Takt Show geht weiter

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