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SPEEDWORLD, 14./16.08.2009

ÖM2009: Austrian Kart Open - Der Sonntag

Ging es am Samstag schon wettertechnisch heiß her, stellte das Wetter am Sonntag alles in den nicht vorhandenen Schatten. Und wäre es nach Sportkommissär Lajos Herczeg gegangen, hätte keiner der Teilnehmer unmittelbar nach dem Rennen, also noch vor der Abwaage trinken dürfen. In einem klimatisierten Container kann man offensichtlich genau nachvollziehen wie es den Fahrern (der Großteil war deutlich unter 18 Jahre alt) nach einer wahren Hitzeschlacht geht. Ein großer Abschluss-Bericht von Georg Gruber

Bericht: Georg Gruber, Fotos: Petra Klima


Rennleiter Mag. Hannes Maisel setzte sich hier deutlich und lautstark für alle Piloten ein und schlussendlich auch durch. Doch Undank ist der Welten Lohn. Ausgerechnet Mag. Maisel war der einzige Verletzte der Veranstaltung. In seinem Bestreben möglichst gleichzeitig überall zu sein, stürzte er über einen Reifenstapel und verletze sich am rechten Ellbogen. Trotz starker Schmerzen zog er jedoch seinen Job beinhart durch, gut unterstützt von Markus Oswald. Auf diesem Wege noch einmal rasche und gute Besserung.

Für jede Division standen noch ein Qualifying und zwei Rennläufe am Programm und nahezu alle Piloten konnten sich gegenüber dem ersten noch am Samstag gefahrenen Quali verbessern. Gefahren wurde im Gegensatz zum Samstag (Strecke 2) auf der Strecke 1, die als die schnellste Variante der Speedworld gilt. Dementsprechend eng ging es dann auch zu.



Die Klassen:

KZ 2 – Bei den Schaltern reicht Platz 3, aber wer ist Dritter?


Bereits am Samstag zeichnete sich ab, dass gegen die beiden Gäste Kristijan Habulin (SLO) und Fabian Federer (ITA) für die österreichischen Teilnehmer kein Kraut gewachsen war. Patrick Loidl, Andreas Schrangl (der Titelverteidiger) und Dominik Klima konnten zwar phasenweise in den Trainings mithalten, aber im Prinzip waren die Gäste überlegen. Klima wurde noch dazu die 2. Zeit gestrichen, weil das Kart um wenige Millimeter zu breit war (wir werden sehen, dass er nicht der einzige war).



Federer – ein junger und extrem talentierter Südtiroler (was ihn ja eigentlich zum Österreicher qualifizieren müsste) holte sich die Pole, obwohl er noch nie zuvor in Bruck gefahren war, vor Habulin der die Strecke doch schon kannte, wenn auch nicht so gut wie die österreichischen Mitbewerber. In den Rennen selbst ging jedes Mal zunächst Federer in Führung wurde jedoch immer gleich in der Anfangsphase von Habulin überholt, wonach der Slowene beide Läufe sicher auf Platz 1 ins Ziel fahren konnte.

Federer belegte in Lauf 3 den 2. Rang, schied jedoch im 4. Rennen aus. Dahinter musste sich jedes mal Patrick Loidl den Andras Schrangl vom Leib halten, was ihm mit einiger Mühe auch gelang. Belohnt wurde er dafür mit Gesamtrang 3 und dem Titel. Denn auch wenn am Renntag niemand so richtig wusste wie denn der österr. Meister ermittelt würde (halbe, volle oder erzielte Punkte?), der Autor hat sich die Mühe gemacht, alle Varianten durchzurechnen und festgestellt.



Loidl ist in jedem Fall bester Österreicher. Die beiden mitkämpfenden Damen waren leider nicht wirklich vom Glück verfolgt. Beide schieden je einmal aus, und würde die OSK eine Schaltkartdamenmeisterin ehren, dann hätte Nina Dittrich mit nur einem Punkt Vorsprung auf Patricia Immervoll diesen Titel geholt.

Endwertung:
1. Kristijan Habulin (SLO), 95 Punkte Sieger des Zonenlaufes
2. Fabian Federer (ITA), 73
3. Patrick Loidl, 60 österr. Staatsmeister
4. Andreas Schrangl, 56
5. Dominik Klima, 40



Rotax Max Junior – Quotenregelung im Motorsport.

Während die Politiker hierzulande oft äußerst intellegenzberaubte Vorschläge zur Frauenförderung machen zeigt die Rotax Max Junior Klasse, wie es auch gehen kann. Und mit den 4 Mädels seien auch 3 Herren vor den Vorhang gezerrt die den jungen Damen ihren Kartsport erst ermöglichen.

Hubert Simbürger (Tochter Sandra), Charly Kamper (Tochter Corinna) und Erich Klima (Tochter Jessica und Teamkollegin Ines Gruber) muss dafür gedankt werden, dass das verhasste „Binnen – I“ auch in der Kartszene vorkommt. Dass dann auch der Meisterpokal von manikürten, zarten Damenhänden übernommen werden kann, ist dann der Punkt am „Binnen – I“.



Doch zunächst schien am Sonntag die Kartsportszene ihren üblichen Weg zu gehen, denn nach dem Qualifying war die erste Startreihe äußerst maskulin. Der Slowene Matja Jurkovic holte sich vor dem Ungarn Ferenc Kancsar die Poleposition und verwies die Gesamtführende Sandra Simbürger auf Rang 3.

Die Leistung von Jurkovic muss besonders deshalb hervorgehoben werden, da der Bursche schwer hörbehindert ist. Eltern und Betreuer die trotz (oder vielleicht auch wegen) eines solchen Handicaps einen jungen Menschen bei der Erbringung solcher Leistungen fördern und unterstützen sind besonders bewundernswert.



Jurkovic führte auch im ersten Rennen, aber ganz offensichtlich war er dem Druck von Simbürger (Kancsar hatte den Start versiebt) nicht gewachsen. Zwei Ausritte beendeten sein Rennen frühzeitig.
Damit waren der Weg für Simbürger zum 3. Sieg im 3. Rennen und der Titel nur noch Formsache. Ferenc Kancsar wurde 2., Julian Wagner belegte Rang 3.

Der zweite Tageslauf sah einen fulminanten Start von Sandra Simbürger und danach war die Suppe schon gegessen. Jurkovic landete auf Rang 2 und Kancsar wurde Dritter.

Die weiteren Mädels schlugen sich so recht und schlecht durchs Geschehen. Corinna Kamper steigerte sich von Lauf zu Lauf und belegte im letzten Rennen immerhin Platz 6. Ines Gruber haderte mit Vorderachse und Kupplung, am schlimmsten erwischte es jedoch Jessica Klima. Von allen 4 Rennen sah die 15-jährige nur ein einziges Mal das Ziel.

Ein Gasseildefekt und zwei etwas ruppigere Dates mit Dominik Herler ließen sie sonst immer ausfallen. Abschleppdienst Chefpilot Reinhard Wenger bedauerte sie bereits mit den Worten: „Herst, des Madl muass immer mit mir ins Züh foarn.“

Endwertung:
1. Sandra Simbürger, 100 Punkte, österr. Staatsmeisterin
2. Ferenc Kanscar (HUN), 62
3. Matja Jurkovic (SLO), 61
4. Marcel Müller, 53, Vizemeister
5. Julian Wagner, 49



Rotax Max Senior – Wer ist Meister ????

Die Verzögerung des letzten Beitrags liegt in eben dieser Frage verwurzelt. Da die OSK jedoch bis 20. August noch nicht gesichert sagen kann, wer jetzt österr. Staatsmeister bei den Rotax Max Senioren ist, kann diese Frage hier nur theoretisch abgehandelt werden. Doch zunächst zu den Rennen.

Sandro Lukovic dominierte das Qualifying jedoch nützte das dem MKR-Piloten wenig. Denn durch die Montage anderer Felgen war das Kart bei der Abnahme um wenige Millimeter zu breit (siehe Fall Klima bei den KZ 2), was das Streichen aller Zeiten aus dem 2. Quali nach sich zog. Damit musste der Wiener mit Startplatz 11 vorlieb nehmen. Die Pole holte sich damit Thomas Jäger, vor einem im Qualifying stark fahrendem Robert Ortner. Reihe 2 ging an Simon Wagner und Josh Hart.



Jäger gewann Rennlauf 3 absolut ungefährdet, aber dahinter kämpfte ein verzweifelter Sandro Lukovic, wahrlich mit der Streitaxt zwischen den Zähnen. Und Lukovic schaffte es wirklich von Startplatz 11 auf Rang 2 nach vor zu fahren und damit das Rennen um den Titel noch einmal offen zu halten. Josh Hart belegte Rang 3.

Für das vierte und letzte Rennen setzte sich die Situation dermassen eng zusammen, dass die Offiziellen keine Antwort wussten, wer denn Meister sein würde wenn Jäger erneut gewinnen würde und Lukovic Platz 3 erobern könnte. Und dann passierte genau das. Lukovic kämpfte sich wie die Kettensäge durch morsches Holz bis auf Rang 3 vor.



Simon Wagner konnte er diesmal nicht mehr biegen, aber Thomas Jäger siegte erneut, und damit war bei den Verantwortlichen der Worst – Case eingetreten. Für den Zonenlauf hatte man glücklicherweise ein so detailliertes Regelwerk, dass man feststellte, es gibt zwei Erste. Für die ÖM allerdings war das nicht mehr so genau geregelt.

Einerseits mutmaßte man, dass das bessere Ergebnis des letzten Rennens zählt, andererseits konnte diesen Passus niemand schriftlich vorweisen. Weitere Denkanstöße ergaben sich dadurch, dass Jäger anscheinend mit italienischer Lizenz am Start war, wodurch sich wieder die Frage der Titelberechtigung aufwarf.

Alles in allem getraute sich niemand definitiv den einen oder anderen zu Staatsmeister zu erklären und auch der Autor dieser Zeilen wird sich hüten hier den ersten Schritt zu tun. Der Endstand ist daher bei den erstplatzierten alphabetisch abgefasst (hoffentlich ist das kein Kriterium zur Meistervergabe).

Endstand:
1. Thomas Jäger, 86 Punkte, österr. Meister ??
1. Sandro Lukovic, 86, österr. Meister ??
3. Simon Wagner, 64, Vizemeister ??
4. Josh Hart, 53
5. Tobias Weichenberger, 40



Easy 60 – Die Kleinsten machen große Show.

Bei den Easy 60 Karts steigt der österreichische Nachwuchs erstmals so richtig ein und es ist eine Freude den jungen Burschen (Mädels wären auch gefragt) bei ihren Rennen zuzuschauen. Keine Freude stellt leider das Verhalten mancher Eltern dar, denn wenn Mütter andere Piloten (wir reden von Kindern) beschimpfen, sich dann Eltern gegenseitig befetzen, etc., dann sollte man überlegen ob es nicht besser wäre, sämtliche Angehörige der Piloten während der Rennen in einen der vorhandenen Container zu sperren. Motorsport darf nicht zu Fussball werden.



Simon Reicher und Alexander Supper zeigten bereits im Qualifying auf, dass der Weg zum Sieg nur über sie führen konnte, auch wenn die Tabelle durch die Vortagsstrafe von Supper noch nicht ganz so aussah. Reicher holte sich die Pole, knapp vor Supper, dahinter fanden sich Benjamin Dam und Dominik Vasko. In beiden Rennen konnte sich Simon Reicher gegen Alexander Supper durchsetzen, auch wenn der Alexander dem Simon das Leben in den jeweils 12 Runden nicht gerade leicht machte. Benjamin Dam, war das ganze Wochenende auf Platz 3 programmiert.

Dahinter flogen das eine oder andere Mal die Fetzen, aber das ist bei so wenig Rennerfahrung wie sie diese jungen Wilden haben, ganz normal. Da steckt keineswegs Bosheit dahinter, eher schon Überforderung (vor allem die Hitze war mörderisch) und Nervosität (schließlich waren ja auch Omi, Opa, Onkel, Tante und weiss der Teufel wer noch zum Zuschauen gekommen) dahinter. Bosheiten gab’s wie gesagt leider nur draussen unter den Erwachsenen „Fans“.



Simon Reicher jedenfalls holte seinen Staatsmeistertitel mit reiner Weste ab und mit Alexander Supper gab es einen absolut würdigen Vize.

Endstand:
1. Simon Reicher, 100 Punkte, österr. Staatsmeister
2. Alexander Supper, 70, Vizemeister
3. Benjamin Dam, 64
4. Maximilian Zupanic, 53
5. Josef Schöllerl, 48



Rotax Max Mini Max – Thomas Preining genetisch gedopt?

Wann immer man der Familie Preining dieses Wochenende zusah, merkte man den riesigen Unterschied im Ablauf aller Handlungen im Vergleich zur Konkurrenz. Viele Jahre Motorrad – WM haben den Papa natürlich zum eiskalten Hund werden lassen und er hat das perfekt auf den Sohnemann übertragen. Denn die Mitbewerber waren ja keine Jausengegner, trotzdem konnten sie den Thomas das ganze Wochenende nicht schlagen.

Bereits im Quali zeigte man Nervenstärke als der kleine Oberösterreicher das halbe Training in der Box stand um dann die Poleposition aus dem Ärmel zu schütteln. Joszef Kovacs aus Ungarn konnte sich zwar neben Preining in die erste Reihe fahren, aber gebracht es dem Kalman – Piloten nichts. Reihe 2 teilten sich Peter Huber und Paul Pauser. Rennen 3 zeigte dann ein ganz neues Bild. Zunächst schaffte Pechvogel Kovacs nicht einmal die Einführungsrunde, weil sich ein Benzinschlauch gelockert hatte.



Damit ging die Jagd auf Preining los und irgendwie kam der Linzer nicht so leichtfüssig wie sonst vom Feld weg. Bis ins Ziel wurde es immer enger und vier(!) Konkurrenten versuchten Preining zu überholen, der zwar immer langsamer wurde aber mit Zähnen und Klauen seinen ersten Platz und damit auch den Laufsieg verteidigte. Hinter ihm kam Peter Huber vor Paul Pauser ins Ziel. Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass Preining in einem Hinterreifen Luft verloren hatte.



Rennen 4 dominierte der freche Hauptschüler wieder in gewohnter Manier, doch dahinter gab es wieder einige Dramen. So erwischte es Kovacs erneut und auch Lokalmatador Peter Huber schied mit einem Reifendefekt aus. Damit erreichte Paul Pauser Rang 2 und Dominic Hauser (die beiden Pechvögel von Rennen 1 am Samstag) Platz 3.
Mit 4 Siegen war Preining klarerweise Meister.

Endstand:
1. Thomas Preining, 100 Punkte, österr. Staatsmeister
2. Peter Huber, 64, Vizemeister
3. Paul Pauser, 55
4. Dominic Hauser, 54
5. Philipp Greisdorfer, 49



Abschließend muss Harry Egger und seinem Team (Günter Egger, Alexa Egger, Alexandra Schneider, Michi und Bruno Zehetmayer samt Sohnemann, Reinhard Wenger, Kart Data Timing, den Salzburger Streckenposten, dem ASB Burgenland, etc. etc,) für das Bemühen eine perfekte Veranstaltung abzuliefern gedankt werden.

Man kann es zwar nie allen recht machen, aber für die allermeisten dürfte es absolut gepasst haben. Man trägt sich auch schon mit den Gedanken nächstes Jahr erneut die ÖM in Bruck und mit den selben Modalitäten zu veranstalten. Ein Lichtblick, wenn man den Gesamtzustand des österreichischen Motorsports betrachtet.

Alle Ergebnisse im Detail findet man auf www.kart-data.com




Autorenverweis
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