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PISEK (CZ), 21.-23.05.2009

2. Lauf zur AKC in Pisek oder Wenn einer eine Reise tut…

Sonniges Wetter und spannende Rennen entschädigten für die weite Anreise und das eine oder andere Hotelerlebnis. Zunächst sei das Team des Veranstaltungspartners rund um Libor Klimes und Dr. Vaclav Kudrle lobend erwähnt. Der Autoklub Pisek stellte professionelles – und teilweise sehr hübsches – Personal zur Verfügung, dem man anmerkte, dass es mit Liebe zum Motorsport agiert. Leider war das vermittelte Hotel ein Paradefall für eine Klage gegen einen Reiseveranstalter. Kaltes Wasser, kein Wasser, Zimmer ohne Betten, wer immer auch die 3 Sterne auf die Außenmauern gemalt hatte, als Vorlage dürfte eine Flasche Weinbrand gedient haben, aber mit Hotelstandard hatte das nichts zu tun.

Text: Georg Gruber, Fotos: Petra Klima


Die Strecke selbst liegt mitten im Wald, wenn auch nur wenige hundert Meter von den ersten mehrgeschossigen Wohnbauten entfernt und so mancher gelernter Österreicher fragte sich, wie das denn so bei uns mit den Anrainern funktionieren würde. In Tschechien dürfte da offensichtlich weniger Aggressionspotential bei den Motorsportgegnern vorhanden sein.


Rotax Max Junior oder das Comeback des Julian Wagner

Julian Wagner fehlte in Graz verletzungsbedingt. Nach einem Unfall beim Testen hatte er ein Bein im Gips und musste zusehen, wie in der Steiermark die Punkte verteilt wurden. In Tschechien war alles anders. Der Oberösterreicher hielt sich im Training noch etwas zurück, um dann im Qualifying Marcel Müller um lächerliche 19 Tausendstel abzufangen. Die 2. Reihe teilten sich Stefan Riener und Sandra Simbürger. Dahinter lauerten Dominik Herler und Günther Luger.



Reihe 4 teilten sich dann die beiden Mädchen der Racing KG, Ines Gruber und Jessica Klima. So gings ins 1. Rennen, aber nach 4 Runden schlug erstmals der Blitz ein. Stefan Riener und Marcel Müller kollidierten vor der Waldschikane und die unschönen Handzeichen (des Motorsports absolut nicht würdig) eines der beiden Kontrahenten rief auch die Rennleitung auf den Plan.

Wagner konnte sich deutlich von Simbürger lösen und gewann damit den ersten Lauf. Müller wurde vor Dominik Herler abgewunken. Dann fasste Müller 10 Strafsekunden für seine Gesten aus dem Klagenfurter Frühverkehr aus, wodurch Herler auf Rang 3 vorrutschte.



In Lauf 2 gab es wieder einen Auftritt von Müller, der offensichtlich nicht gerade sein bestes Wochenende erwischt hatte für den Tschechienausflug. Wagner zog vorne weg und dahinter räumte Müller auf. In einer Kamikazeaktion verzichtete der Kärntner aufs Bremsen und räumte unter Wagners Verfolgern kräftig auf. Damit war gegen Wagner kein Kraut mehr gewachsen. Stefan Riener kam 3 Sekunden nach Wagner ins Ziel und Sandra Simbürger (eines der Müllerschen Opfer) fuhr noch auf Rang 3 ins Ziel.

Im letzten Rennen wurde es etwas enger für Julian Wagner, aber am Siegen konnte ihn trotzdem niemand hindern. Sandra Simbürger und Stefan Riener hingen hinten dran an Wagner und lauerten auf den kleinsten Fehler des M-Tec-Piloten. Der machte ihnen aber diese Freude nicht, fuhr sein Rennen ganz cool nach Hause und feierte so den 3. Sieg. Marcel Müller – in Graz noch absolut unschlagbar, kam wieder nur auf Platz 4.



Dominik Herler konnte mit der Spitze nicht ganz mithalten und lief auf P5 ein. Dahinter lieferten sich Günther Luger und Ines Gruber einen beinharten Kampf um Platz 6. Die beiden hatten bereits in den vorherigen Rennen nicht voneinander lassen können und lieferten jedes Mal einen spannenden aber fairen Zweikampf ab.

Die Tageswertung ging klarerweise an Julian Wagner, der Sandra Simbürger und Dominik Herler mit aufs Podest nehmen durfte.

Die Wertung des HSV Motorsport entschied Günther Luger für sich. Platz 2 ging an Alexander Zöttl.

In der Gesamtwertung führt nach 2 Veranstaltungen Sandra Simbürger mit 3 Punkten Vorsprung auf Marcel Müller. Dritter ist Stefan Riener.



Rotax Max senior oder Ein Rennleiter als Mechaniker kann Wunder wirken

Alois Guttmann ist normalerweise der Rennleiter der AKC. Weil aber diesmal der gesamte Ablauf in den Händen des Autoklub Pisek lag, wäre der arme Herr arbeitslos gewesen, wenn da nicht Robert Ortner und das KSCA Team noch dringend jemanden gebraucht hätten, der dort schraubt, putzt und Kaffee kocht (zynische Anmerkung des Autors, nur für Menschen mit Humor gedacht).
Ortner lag schon in den freien Trainings immer im Spitzenfeld, aber da geigte noch Simon Wagner ganz vorne auf. Durch eine Kollision im Qualifying kam dann aber doch alles anders.



Ortner legte eine Fabelzeit hin und auch Sandro Lukovic überholte Wagner noch. Damit fand sich Wagner erst in Reihe 2 wieder, neben Lokalmatador Petr Trnka. Die dritte Reihe besetzten Alexander Veit und Mario Bruxmeier und in Reihe 4 fanden sich Lubos Reznik ( der zweite Tscheche im Starterfeld) und Karl Riener. Dann gings los und Robert Ortner ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, auch wenn Simon Wagner ihm wie ein Schatten folgte, so war gegen den Steirer in diesem ersten Lauf kein Kraut gewachsen. Wagner raste eine knappe Sekunde hinter Ortner durchs Ziel, während Alexander Veit sich in einem packenden Dreikampf gegen Lukovic und Trnka noch Platz 3 holen konnte.



Das zweite Rennen brachte keine Veränderung was die ersten Zwei anbelangte, erneut gewann Ortner, schwer bedrängt von Wagner. Dahinter klaffte aber nicht nur ein großes Loch, sondern da gab es auch Action bis zur Gänsehaut. Mario Bruxmeier erwischte es gleich am Anfang, in der dritten Runde war für den Steirer Endstation. So richtig zur Ruhe kam das Feld den ganzen Rennlauf hindurch nicht und ständig gab es Triumphe und Tragödien. Herausgeholt sei hier nur die Geschichte von Sandro Lukovic, der offensichtlich im Zuge einer Rempelei auf Platz 7 zurückgefallen war und dann, wie das heiße Messer durch die Butter, durch das Feld der hartnäckigsten Verfolger hindurchschnitt, um doch noch auf Rang 3 zu landen.

Lauf Nummer 3 war dann der große Auftritt von Lukovic. Gleich nach dem Start Zweiter übernahm der Wiener kurze Zeit später die Führung und gab sie bis ins ziel nicht mehr ab. Ortner und Wagner duellierten sich lange Zeit um Platz 2 und wieder ging die Partie für Ortner aus. Alexander Veit kämpfte lange Zeit gegen Petr Trnka um Platz 4 konnte sich aber gegen den Lokalmatador nicht durchsetzen. Dahinter wuchs eine Gruppe von 7 Karts so eng zusammen, dass man sie ohne weiters mit einem Geschirrtuch zudecken hätte können.

Leider waren sie zu eng beisammen, weil 4 Runden vor Schluss krachte es ganz gewaltig und 2 Karts blieben auf der Strecke. Maximilian Hartl und Bernd Rohrer konnten nicht mehr weiterfahren und während es bei Hartl nur an der Technik lag, musste Bernd Rohrer leider auch ärztlich behandelt werden. Eine Verletzung am rechten Arm wird ihn wohl etwas länger an diesen harten Siebenkampf erinnern als die meisten anderen Teilnehmer. Einer der Nutznießer des ganzen Tohuwabohus war übrigens Mario Bruxmeier. Er hatte sich von Startplatz 20 schlussendlich auf Position 7 ins Ziel gekämpft.



Die Tageswertung entschied ganz klar Robert Ortner für sich. Platz 2 ging an Simon Wagner und über Rang 3 durfte sich Sandro Lukovic freuen.

Auch in der Gesamtwertung finden wir die drei Herren wieder ganz vorne, da führt Wagner vor Ortner und Lukovic.

Die Masterswertung ging diesmal an Jakob Hornbachner und bester Starter der Sonderwertung zur Mostviertler Rennkartmeisterschaft war Michael Simmer.


Shifter Challenge oder Daheim gewinnt man am Schönsten

Titelverteidiger Dominik Klima kam als der grosse Favorit nach Tschechien und reiste mit leeren Händen heim. David Müller musste nicht reisen, der wohnt praktisch auf der Strecke und der Tscheche war durch nichts und niemanden zu schlagen. Aber der Reihe nach: In den freien Trainings flogen die Bestzeiten zwischen Klima und Müller nur so hin und her.



Im Qualifying war dann Schluss mit lustig. Der Local Hero blies mit 47,876 (94 km/h Schnitt) zum Grossangriff, stand damit auf Pole und Dominik Klima neben ihm. Jungtalent Thomas Grabner teilte sich mit Routinier Jürgen Kreindl die zweite Reihe, Reinhard Brandtner und Franz Lendl Reihe 3 und in der vierten Reihe trafen sich Helmut Stocker und Hannes Wagner.

Ältere Menschen (so wie der Autor dieser Zeilen) nörgeln oft herum, dass die Jugend von heute nicht mehr zuverlässig und schlampig sein würde. Im ersten Rennen wurden diese Aussagen bestätigt. Denn während David Müller einem ungefährdeten Sieg entgegenfuhr, fielen die beiden jüngsten Starter jeweils an zweiter Stelle liegend aus, weil die Herren Klima und Grabner ihr Schaltgestänge schlampig montiert hatten.

Reinhardt Brandtner und Jürgen Kreindl sind vielleicht nicht ganz so schnell wie die beiden verwegenen Burschen aber offensichtlich alt genug um ihr Renngerät gewissenhaft vorzubereiten. Dafür wurden sie auch mit Platz 2 und 3 belohnt. Dass Gerold Keusch ein ähnliches Problem zur Aufgabe zwang sei ihm nachgesehen, weil er nach einem Motorschaden im zweiten Training gar nicht mehr von einer Rennteilnahme zu träumen wagte. Dort war wirklich genug Hektik, um die eine oder andere Kleinigkeit übersehen zu können.



Das zweite Rennen barg dann schon etwas Sprengstoff in der Startaufstellung. Ganz vorne Müller, neben ihm Reinhard Brandtner. Ganz hinten Dominik Klima mit extra breitem Helm um eine Streitaxt zwischen die Zähne nehmen zu können. Brandtner war der Pechvogel des Rennens, denn zuerst verhaute er den Start ganz fürchterlich und nach 2 Runden wollte sein Motor nicht mehr mitspielen.

Damit war alle Hoffnung auf einen erneuten Spitzenplatz dahin. Klima zeigte beim Start eine perfekte Rallye – Cross Einlage und pflügte zuerst durch die Wiese, danach durch das Feld der Konkurrenten und erreichte den anvisierten zweiten Platz. Auch Thomas Grabner hatte sein Renngerät jetzt soweit durchrepariert, dass er von Startplatz 8 weg noch aufs Stockerl fahren konnte.

Die Tageswertung konnten die beiden Youngster aber nicht mehr großartig umdrehen. Müller war klarerweise Tagessieger vor Jürgen Kreindl und Franz Lendl.



Die historische Shifter-Challenge ging an den Tschechen Radoslav Svarc. Die Masterswertung bei den Shiftern entschied Jürgen Kreindl für sich und bester Mostviertler wurde Franz Lendl.

In der Gesamtwertung liegen Dominik Klima und Thomas Grabner exaequo an der Spitze mit jeweils 109 Punkten. Dahinter lauert Franz Lendl, lediglich 5 Punkte zurück.



Zum Format und Ablauf der Rennserie sei noch kurz eine Anmerkung erlaubt. Anfangs der Saison gab es sehr viele Zweifler, die es für unmöglich hielten, dass man eine Rennserie mit „Profis“ und Hobbyfahrern gemeinsam durchziehen könnte. Nach der zweiten Veranstaltung muss man sagen: Es geht besser als selbst Andreas Gaiseder und sein Team dachten. Die „Profis“ sind routiniert und vernünftig genug und die „Hobbyfahrer“ wachsen anscheinend mit der Aufgabe derart über sich hinaus, dass sich durchwegs homogene Felder bilden in denen auch untereinander schon gefightet werden muss.



Übrigens sei hier auch ein Novum erwähnt das es im Kartsport bisher noch nie gab. Am Freitagabend ging der Techniker durchs Fahrerlager und wer bei seinem Kart war und seine nötigen Siebensachen beisammen hatte, der ersparte sich Anstellen, Zurücklaufen etc.. Dem Autor ist keine andere Kartserie bekannt, wo es von Seiten des Veranstalters einen derartigen Service geben würde.

Die nächste Veranstaltung findet am 13. Juni am Pannonia Ring statt und wer weiß, vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere Hobbypilot der sich einmal ganz unbürokratisch mit den besten Kartpiloten Österreichs messen möchte.

www.mspa.at

Autorenverweis
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