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ÖTSM, SAALFELDEN (A)A, 19./20.07.2008

Die 24-Stunden-Hölle von Saalfelden

Wie bei einer Meisterprüfung wurde den Teams und Piloten beim heurigen Saisonhighlight der österreichischen Kartszene alles abverlangt was der Kartsport zu bieten hat. Die heurigen 24 Stunden von Saalfelden waren das Rennen der Superlative. Die neue Streckenführung im ausgebauten Fahrtechnikzentrum beim Brandlhof – zu verdanken dem Leiter Manfred Pfeiffenberger – zeigte sich als äußerst selektiv und extrem schwierig für Fahrer und Techniker.

Bericht: Georg Gruber, Fotos: Petra Klima


Zu den 25 österreichischen Teams kamen noch weitere 26 aus der deutschen GTC hinzu, womit schließlich 51(!) Karts die 1,6 km lange Piste unter die Räder nahmen. Als dann schlussendlich nach Mitternacht auch noch der Regen kam, geisterte ein Begriff durch so manches Boxenzelt, der die Veranstaltung besonders ehrte, aber auch aufzeigte, wie schwierig dieses Rennen von den Teilnehmern angesehen wurde: „24 Stunden Nürburgring“
Und in einigen Bereichen musste sich Saalfelden wirklich nicht scheuen mit dem Eifelklassiker verglichen zu werden.



51 Teams griffen also nach der Krone des österreichischen Kartsports und diese enorme Menge an Teams führte zu zwei Massenkarambolagen in den ersten beiden Stunden.



Als danach die wildesten der Teilnehmer – und man muss dazu sagen, dass hier von einigen deutschen Teams hart an der Grenze agiert wurde – ihre Wunden leckten oder überhaupt Totalschäden abzuschreiben hatten, konsolidierte sich das Rennen bis in die späten Abendstunden, wo dann leichtes Nieseln erstmals die Nerven in den Teams auf die Probe stellte.



Doch der Regen kam erst nach Mitternacht und ab da trennte sich die Spreu vom Weizen, zumindest bei der Ansicht der Rundenzeiten. Am Morgen schien es wieder aufzutrocknen, doch gerade als die ersten Teams überlegten, Slicks zu montieren, begann es erneut zu regnen. Somit trocknete die Strecke erst am späten Vormittag endgültig auf und die letzten zwei Stunden gingen wieder bei trockenem Asphalt über die Bühne.



Trotz alldem, oder vielleicht gerade deshalb, gab es den erwarteten Favoritensieg. AEM Racing holte sich die Poleposition und führte das Rennen fast durchgehend an. Lediglich in und nach den Safetycarphasen kam es zur kurzen Abgabe der Führungsarbeit. Ein kleiner Fehler eines Streckenpostens in der zweiten Safetycarphase ließ zwar den einen oder anderen hoffen, dass die Titelverteidiger und Vorjahressieger diesmal anderen den Vortritt lassen müssten, aber diese Hoffnung währte nur kurz. Das Team von Heinz Haunschmid war nicht immer das schnellste ganz sicher jedoch das konstanteste mit dem nötigen Quäntchen Glück.



Platz zwei ging an die ebenfalls hoch favorisierten Cracks von Cerberus/KCM. Ein Motorschaden und Probleme mit der Fahrzeugfront verhinderten jedoch den Sieg. Was drinnen gewesen wäre zeigte man deutlich auf nasser Piste, als man mit den eindeutig besseren Regenreifen auf AEM bis zu einer Sekunde pro Runde gutmachen konnte. Teamchef Viktor Brandstätter gab sich dennoch zufrieden: „Wir hatten einen Motorschaden und einige Reparaturen an der Karosserie im Frontbereich, das hat uns viel Zeit gekostet. Unsere Fahrer haben aber kühlen Kopf bewahrt und das absolut beste aus der Situation gemacht.“ Apropos kühler Kopf: Startfahrer war erneut Mario Jaburek, diesmal allerdings richtig programmiert.

Platz 3 belegte die Truppe von Kraftwerk und dort hatte Teamchef Dechler fahrerisch stark aufgerüstet. Mit Hannes Neuhauser und David Pickl holte er zwei Piloten aus der legendären Scharmüller – Truppe. Die eine oder andere Kleinigkeit verhinderte aber doch die grosse Sensation. Trotzdem war man im Team mit dem Stockerlplatz hochzufrieden.

HMW Racing landete auf Platz 4 und wer weiß, was da ohne Regen noch möglich gewesen wäre, aber die Heavy Metal Truppe rund um Rein Brandtner hatte bei den Regenreifen offensichtlich nicht ganz so gutes Material erwischt und verlor letztlich dort die für Platz 3 nötigen Runden.

Auf dem 5. Rang fand man doch etwas überraschend das SiteXs Business Team, aber ein an und für sich problemloses Rennen und eine solide Gesamtleistung brachten die entsprechende Belohnung. Anzumerken wäre die Leistung von Stephan Pointner der in der Nacht im strömenden Regen über lange Zeit die schnellsten Runden im Feld drehte und so gerade in der schwierigsten Zeit des Rennens das Fundament für den Sieg in der Businesswertung legte.

Das iSM – Kart Team zum Grossteil mit Personal aus dem vorjährigen Regina – Team bestückt, lag lange Zeit auf Platz 3 als dann in den Morgenstunden die Technik nicht mehr so wollte wie der Rest des Teams. Trotzdem gelang der Truppe um Bernie Huber noch ein 6. Platz, auch wenn man nach dem Rennen verständlicherweise etwas enttäuscht war.

Auf Platz 7 landete Speed Racing/Lumpi. Die Oberösterreichische Karttruppe hat diesen Erfolg vor allem ihrem Kärnter Legionär Dietmar Reitegger zu verdanken. Nach einem frühen Schaden an der Vorderachse lag man zunächst auf Platz 18 und musste sich mühsam nach vorne kämpfen. Schließlich war man schon mit Platz 8 zufrieden, als sich das Blatt noch einmal wendete. In einem beinharten Duell konnte Didi Reitegger schließlich Platz 7 mit 77 Hundertstel Vorsprung ins Ziel retten.

Zunächst falsche Abstimmung, dann ein gebrochenes Lenkrad (wohlgemerkt ohne Unfall), ein kapitaler Motorschaden, Probleme mit dem Luftfilter. Was sich wie die Jahresbilanz an Defekten liest, widerfuhr dem Junior-Team p.b. MEFO in nur einem Rennen. Da nützte es auch nichts, dass Dominik Klima im Regen oftmals um bis zu 2 sec. schneller war als der Rest des Feldes, dass die erst 13-jährige Ines Gruber das Rennen ihres Lebens (und beinahe den Rennleiter über den Haufen) fuhr. Auch die Schlussattacke von Sandra Simbürger blieb letztlich unbelohnt, auch wenn nur noch 77 Hundertstel auf Platz 7 fehlten. Teamchef Walter Jirak musste seine junge Truppe trösten: „An den Fahrern lag es absolut nicht, mit der Leistung wären die zumindest auf Platz 3 gefahren.“

Platz 9 ging etwas überraschend an die Truppe von AEM B2B, wo aber durchaus noch mehr drinnen gewesen wäre, wenn man nicht zweimal durch "deutsche Hand" in einen Reparaturstop getrieben worden wäre. Viel Zeit verlor man überdies durch die Montage sogenannter "Holzradln" anfangs der Regenphase (ca. 15 Sek. langsamer als echte Regenreifen) - die erst durch den hilfreichen Eingriff von AEM-Chef Peter Saliger beseitigt werden konnten.

10. wurde die Truppe von MSRR p.b. TELACC. Das Team, das zum größeren Teil aus Rundstrecken- und Rallyepiloten bestand, fand sich fallweise auch weiter vorne in der Tabelle, aber 24 Stunden können sehr "zwischenfallsreich" sein.

Als einziges Team der Topfavoriten war Pankl Kart Racing so richtig vom Pech verfolgt. Unverschuldete Unfälle mit erheblichen Schäden und das eine oder andere technische Problem ließen die von Manfred Zahn betreute Truppe diesmal die Tiefen des Motorsports auskosten. Somit reichte es für die steirischen Profis nur für Platz 18, aber wer die Truppe kennt weiß, dass Jürgen Heidenhofer und Co. am Pannoniaring um so heißer sein werden.

Das Resümee der Veranstaltung kann fast nur positiv gesehen werden. Es war für das Veranstaltungsteam rund um Sigi und Christian Konrad ein riesiges Pensum an Arbeit abzuleisten um dieses Rennen, so wie es war, abzuwickeln. Diese Leistung verdient höchste Anerkennung, weil die Gesamtqualität der Veranstaltung als sehr hoch angesehen werden muss. Auch die Änderung des Regelwerks für dieses eine Rennen hatte fast nur positive Effekte, vor allem die geringe Zahl an Motorschäden fiel deutlich auf. Und unsere Lieblingsnachbarn, die sich abseits der Strecke immer und im Rennen zumeist wie gern gesehene Gäste verhielten, waren das Salz in der Suppe dieses Rennens.

Mit Hochspannung erwartet man bereits jetzt den nächstjährigen 24 Stunden Thriller von Saalfelden. Vorher geht’s aber am letzten Augustwochenende nach Ungarn zum Pannoniaring nach dem Motto „Kartmasters meets Histo-Cup“.

Alle Wertungen findet man auf www.kartmasters.com
Zum Fotoalbum.

Autorenverweis
ÖTSM: Familienfest in Rechnitz
Austrian Karting Challenge in Rotthalmünster
ÖM2009: Austrian Kart Open - Der Sonntag
AKC Pannoniaring: Pustaexpress
ÖTSM–Greinbach: Die 4-Takt Show geht weiter

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