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RECHNITZ (BGLD), 19./20.04.2001

Austrian Karting Challenge: Heißer Start in Rechnitz

Am 19. April startete die AKC im burgenländischen Rechnitz in die Saison 2008 und den Teilnehmern wurde es dank Petrus` Wetterplänen ziemlich schwer gemacht. Was man in Rechnitz geboten bekam, könnte man ohne weiteres „Crashkurs für Abstimmungstechniker“ oder auch „Schnellkurs für flexibles Kartfahren“ nennen.

Georg Gruber


So war das erste freie Training für alle Klassen auf nasser Strecke, speziell für einige Newcomer, ein besonderes Erlebnis. Absolute Hochachtung musste man dabei den jungen Piloten in der Bambini- und Mini Max-Klasse zollen, die ihre kleinen Renngeräte mit einem Rundenschnitt von über 52 km/h über die extrem rutschige Piste balancierten.

Nachdem die Strecke während der Läufe zum 2. Training auftrocknete, wurden für die Qualifyings wieder Slicks aufgezogen und sämtliche Abstimmungen wieder rückgebaut.

In den Qualiläufen vermeinte man natürlich schon einige Vorzeichen erkennen zu können und in manchen Klassen konnte man sich auch danach orientieren, aber sehen wir uns die Klassen der Reihe nach an:

Bei den Bambinis war es bereits nach dem Qualifying klar, dass alles auf ein Duell zwischen Michael Schöllnberger und Oliver Ofner hinauslaufen würde und die beiden Knaben dominierten dann auch beide Rennen, allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.



So startete in Heat 1 Schöllnberger aus der Pole und fuhr einen lupenreinen Start-Ziel Sieg mit schnellster Rennrunde vor Oliver Ofner ein. Platz 3 ging an Christopher Gröbmaier. Im 2. Lauf aber „verschlief“ Michael den Start und Oliver Ofner nutze diesen einzigen Moment aus um die Führung zu übernehmen. Was dann folgte war ein Auftritt der eigentlich einer internationalen Fernsehübertragung gerecht geworden wäre. Ohne auch nur eine einzige unfaire oder harte Aktion jagte Schöllnberger Ofner vor sich her und das über die gesamte Renndistanz. Ganz kurz schaffte es Schöllnberger einmal im Zuge einer Überrundung in Führung zu gehen, verlor aber seine Position nach wenigen Metern wieder. Die Beiden jagten durch ihren Kampf in einem derart irren Tempo über den Kurs, dass sie schließlich auch den drittplatzierten Kevin Pieruzek überrundeten. Und während in so manch anderer Klasse in den letzten Runden ein rüde Attacke zu erwarten gewesen wäre, ging es hier bis zum Ende absolut fair zu. Beiden Piloten ist es zu wünschen, dass sie weiterhin mit dieser Einstellung Motorsport betreiben.

Bei den Mini-Max Karts schien alles nach einem Alleingang einer jungen Dame aus Ungarn auszusehen. Barbara Havasi, die ab dem Herbst die Hauptschule in Oberwart besuchen will, düpierte ihre männlichen Konkurrenten im Qualifying und im ersten Rennen. Über 11 sek. Vorsprung fuhr sie auf den zweitplatzierten Florian Wiesinger aus Oberösterreich heraus, der damit auch Sieger der „Bubenklasse“ wurde. Platz 3 belegte Eugen Swoboda.



Beim Start zum 2. Lauf jedoch gab es nach 2 Startwiederholungen und einer Belehrung noch einen 3. Startversuch, der jedoch von Rennleiter Guttmann auch abgebrochen wurde. Es folgte eine Versetzung der ersten Startreihe in die letzte womit das Rennen plötzlich enorme Spannung versprach und auch brachte.

Eugen Swoboda nahm das Geschenk des besten Startplatzes dankbar an und fuhr einen Start-Ziel Sieg ein, der sehr an den 2. Bambini-Lauf erinnerte. Ralph Lintner setzte Swoboda das ganze Rennen lang unter Druck und gegen Ende des Rennens versuchte die auf P3 vorgestoßene Barbara Havasi auch noch weiter nach vor zu kommen. Da die Rennleitung die Renndistanz auf Grund der vielen Startabbrüche jedoch verkürzt hatte, konnte sich Swoboda nach 11 Runden als Sieger feiern lassen.

Waren die Starterfelder der Jüngsten eher schwach besetzt, standen bei den Rotax–Junioren doch 20 Karts auf der Startaufstellung. Ferenc Knacsar aus Ungarn dominierte die Klasse doch deutlich, auch wenn der EM – Teilnehmer im Qualifying nur 78 Tausendstel Vorsprung auf Florian Hauthaler herausfahren konnte. Dem Salzburger war aber außer einem guten Qualiergebnis kein weiteres Erfolgserlebnis an diesem Tag mehr vergönnt. Nach einer Kollision mit Thomas Jäger (zu ihm kommen wir noch) war für ihn bereits in Kurve 2 Endstation.



Der 1. Lauf wurde überlegen von Ferenc Kancsar dominiert, der fast 4 sec. vor Mario Novak die Ziellinie kreuzte. Dahinter belegte mit Corinna Kamper eine der beiden jungen Damen im Feld Platz 3. Die zweite Amazone – Sandra Simbürger – errichte ebenfalls die Top Ten mit Rang 7.

Der 2. Lauf ging zwar wieder an Ferenc Kancsar vor Mario Novak; der Mann dieses Rennens war jedoch eindeutig Thomas Jäger. Nach der Kollision in Lauf 1 hatte er vom 20. und damit letzten Startplatz ins Rennen zu gehen und lieferte dann eine Show wie man sie nur sehr selten sieht. Wie das heiße Messer durch die Butter fuhr Jäger durch das ganze Feld und landete schließlich – nach 18 (!) Überholmanövern (und wir sprechen von Rotax-Karts, wo es um Differenzen im Hundertstelbereich geht) – auf Rang 3. Auch die beiden Amazonen landeten wieder in den Top Ten, diesmal Simbürger auf 4 und Kamper (nach einer Rangelei 3 Kurven vor Schluss) auf Rang 8.

Das stärkste Starterfeld stellten die RMC–Seniorkarts. 22 Piloten gingen ins Rennen und wieder schien es einen überlegenen Favoriten zu geben, in der Person des Josh Hart. Er dominierte das Qualifying und setzte sich im ersten Lauf anfangs auch vom Feld ab. Aber ein furioser Sandro Lukovic musste zunächst Robert Ortner niederkämpfen um sich danach langsam an Hart heranzuarbeiten. Ganz reichte es für den Wiener jedoch nicht und so musste er sich vor Ortner mit Platz 2 begnügen. Auch hier war mit Laura Kraihamer eine Dame am Start die jedoch in Lauf 1 auf Platz 15 das Ziel erreichte und somit eher wenig Aufmerksamkeit erregte. In Lauf 2 sollte sich das gravierend ändern.



Der Start zu Lauf 2 musste jedoch zunächst einmal um 15 Minuten verschoben werden, weil Petrus offensichtlich jetzt ein Regenrennen sehen wollte. Die Teams hatten kurz Zeit ihre Karts umzurüsten und dann ging es in einen immer stärkeren Gewitterregen hinein.

Imre Birizdo der im ersten Lauf nach einem Zwischenfall nur Rang 6 erreichte, lenkte sein Kart am besten über die immer nasser werdende Piste und distanzierte Josh Hart mit knapp 8 sec. deutlich. Um Platz 3 entbrannte ein beinharter Kampf zwischen Sandro Lukovic und Niki Laa. Laa versuchte einige Male Lukovic zu knacken aber die Nuss Lukovic war offensichtlich zu hart. Dahinter jedoch zeigte Laura Kraihamer auf. Nachdem sie in der 2. Runde sogar auf Platz 20 zurückgefallen war, überholte sie Runde für Runde einen Gegner nach dem anderen und „schwamm“ so durch das Feld bis auf Platz 5 nach vor. Ihre Leistung kann man ohne weiteres mit der von Thomas Jäger bei den Junioren vergleichen.

Die Königsklasse schließlich, die ICC–Karts waren leider nur mit 7 Karts besetzt und auch hier erlebte man so einige Dramen. Die extreme Ausgeglichenheit des Feldes wurde bereits im Qualifying präsentiert als vom Polesitter bis zum fünftplatzierten Andreas Schrangl nur 0,181 sec Differenz gemessen worden waren.



Am Start zum ersten Lauf setzte sich zunächst der trainings-zweite Lukas Trettenbrein an die Spitze, nachdem Roman Pigisch den Start etwas verschlafen hatte. Aber schon kurz darauf gingen Pigisch und sein Teamkollege Dominik Klima an Trettenbrein vorbei, der offensichtlich mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, weil er dann nach und nach bis an die letzte Position durchgereicht wurde. Pigisch und Klima wurden aber recht bald von Andreas Schrangl angegriffen und während sich Pigisch etwas absetzen konnte, kam es zwischen Schrangl und Klima zu einer Kollision die Schrangl auf P2 brachte, Klima jedoch kurzfristig auf P7. Der Zieleinlauf lautete dann auch Pigisch vor Schrangl und Maxim Wagner.

Der Lauf 2 ähnelte dann eher einer Motorbootveranstaltung und so mancher war sich nicht sicher ob die Wetterverhältnisse wirklich noch als regulär zu bezeichnen waren. Stephan Maurers Kart verweigerte bereits vor dem Start seine Dienste womit Maurer sich zumindest ein kaltes Vollbad ersparte. Nur noch 6 Karts am Start, brach dort dann ziemliches Chaos aus, als plötzlich Trettenbrein sich auf Platz 4 vorstellte, statt von Position 7 wegzufahren. Beim Verlöschen des Rotlichtes ging es dann auch schon los.

Klima hatte mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen und wäre noch um einiges schlechter weggekommen wäre ihm Roland C. Vallery nicht ins Heck geknallt. Pigisch hatte sich offensichtlich noch nicht ganz auf Steuerrad und Ruderanlage umgestellt und kämpfte ebenfalls mit seinem Tony-Kart. Von all dem unbeeindruckt setzte sich Andreas Schrangl an die Spitze und fuhr ein Rennen als wäre für ihn die Physik umgebaut worden.

Maxim Wagner nutzte seine Möglichkeiten und fuhr sicher auf Platz 2, während Trettenbrein, dem von der Rennleitung schon 10 Strafsekunden für sein Startverhalten aufgebrummt worden waren, ein Vorderrad verlor und damit ebenfalls ausschied. Dominik Klima konnte sich zwar lange Zeit vor Teamkollege Pigisch halten, aber ein Ausflug ins Kiesbett mit anschließender Ein-Mann-Bergung vernichtete die Chance auf einen Stockerlplatz. Den erbte doch noch Roman Pigisch.

Kaum war dieser letzte Lauf abgewunken (übrigens nach Absolvierung der Mindestdistanz für volle Punkte) war anscheinend auch der Wettergott zufrieden gestellt und binnen Minuten hörte der Regen auf.

Trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung und das Wetter hatte schließlich den Unterhaltungswert der Rennen für die Zuschauer noch massiv gesteigert.

Die nächste Veranstaltung der AKC findet am 24. Mai im bayerischen Ampfing statt und man hofft schon jetzt auf einen ebenso spannenden, ereignisreichen und verletzungsfreien Renntag wie im Burgenland.

www.mspa.at

Autorenverweis
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