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2-TAKT ÖM, PACHFURTH, 18./19.6.2005

2-Takt ÖM in Pachfurth: Sonne und Schatten

Die ÖM 2005 ist wohl lebendiger, als so manchen Recht ist. Jede Menge Action, äusserst spannende Rennen, äusserst scharfe technische Kontrollen und eine sprichwörtlich gewaschene Farce, die sich vor den fast zeitgleichen Geschehnissen in Indianapolis nicht zu verstecken braucht, waren die explosiven Zutaten zum heissen 3. Lauf der ÖM 2005 auf dem Gelände der A1 Speedworld in Pachfurth.

Dr. Christoph Rieger

Die Sonne hat zwei Tage heiss auf alle Teilnehmer heruntergebrannt, und die Schatten eines Eklats in der Bambini Challenge haben letztlich nicht ausgereicht, um die Gemüter zu kühlen. Eine kurze Nachlese für alle, die sich das entgehen liessen.

25 Grad am Samstag: Shifter und Rotax senior



Kaum überraschend war, dass der Dominator der Hebelkartserie, Patrick Loidl, das Qualifying für sich entscheiden konnte. Nicht viel weniger überraschend war, dass sich der Rookie Daniel Rosenmayer, dessen Formkurve still und heimlich, aber unaufhaltsam ansteigt, der Sache immer näher kommt - nämlich auf exakt 8 Hundertstel.



Mit einigem Abstand dahinter noch ein Rookie: Dino Karger. Der schaffte es dann, sich in beiden Rennen zwischen Loidl und Rosenmayer zu schieben. Das klingt nun nicht besonders spannend, war es aber doch: denn während sich Loidl im ersten Lauf noch durchsetzen konnte, gelang im zweiten Lauf nur mehr ein dritter Platz, und Rosenmayer kam als Führender durchs Ziel. Somit ging der Tagessieg an Rosenmayer, punktegleich vor Loidl, dritter Karger.

Bei den Rotax Senioren, die sich gemeinsam mit den Shiftern als die wahren Gentlemen des Samstag-Programms bestätigten, stand aber eine Lady auf Pole: Patricia Immervoll, die mit ihren 19 Lenzen parallel zu ihrer 2. Rotax-Saison auch bereits erste Rallye-ÖM-Erfahrungen sammelt, gelang heuer bereits die zweite Pole in drei Läufen. Nur das Warten auf den ersten Sieg geht weiter ... Während sie sich im ersten Lauf noch recht souverän und beeindruckend gegen Ihre nicht minder schnellen Verfolger Herndlhofer, Klemm und Schöfmann durchsetzen konnte, musste sie im zweiten Lauf den 16-jährigen, gerade der Juniorklasse entwachsenen Herndlhofer ziehen lassen. Damit wurden die Pokale in der Reihenfolge Herndlhofer, Immervoll und Klemm ausgegeben und die Revanche ist sozusagen vorprogrammiert.

99 Grad am Sonntag: Bambini-Theater



Das Thermometer näherte sich nur gegen 30°C und war nur minimal ausschlaggebend für die Überhitzung der Gemüter in der Division IV BBC - Bridgestone Bambini(betreuer)-Challenge.
Wie kam es dazu? Dass bereits vor dem 1. BBC-Lauf die ersten Proteste abgehandelt wurden ist ja ansich (leider) nicht ungewöhnlich. Als dann am Vorstart die Reifen von allen Teilnehmern überprüft wurden, brach bei so manchen, die Tags zuvor noch wie immer den BBC-Evergreen "Kontrolliert's mehr ... - da da da ...!" angestimmt haben, leichte Nervosität aus. Die Nervosität schlug in Hochspannung um, als die Reifen der beiden Erst-Qualifizierten Stubenrauch (Pole) und Coleselli (beide R.P.Motorsport) sichtlich ordentlich gewaschen, und vermeintlich unerlaubt pflegebehandelt in der Sonne glänzten, ganz so als wären sie im Scheinwerferlicht einer Auslage präsentiert worden.



Die OSK-Technik - emsig um Aufklärung bemüht - und die OSK-Sportkommission - ebenso eifrig bemüht, nur ja keine vorschnelle Entscheidung zu treffen die am grünen Tisch nicht hält - setzten den ersten Lauf komplett aus, um den Verdacht eingehend zu untersuchen. Ab Reihe zwei wurde dann ein neuer Hit in die Parade eingeführt: "Wenn die fahren, fahren wir heim ...". Und der Rest ist schnell erzählt: so kam es dann auch. An den zu schönen und mittlerweile eingezogenen Reifen war nichts dran, was vor Ort durch eingehende Schnipselei und Prüferei hätte zweifelsfrei festgestellt werden können, der Teamchef konnte praktisch nachvollziehbar darlegen, wie die Reifen regelkonform gepflegt wurden, und war somit im Rennen. Und den mittlerweile kochenden Eltern war nicht klarzumachen, dass einzig der nachträgliche Weg am grünen Tisch der Weg zu eingehenderen Laborbefunden ist. So stimmten Sie alle in den Chor der Leadsängerin ein und sangen "Wenn die fahren, fahren wir heim ... usw."

Die beiden fuhren freilich, noch geisterhafter als wenige Stunden später in Indianapolis. Und der Kampf zwischen Stubenrauch und Coleselli stand Michael Schumacher's Boxenaustritt nicht viel nach, übrigens unter dem Applaus der anderen Kinder, die alle furchtbar gerne mitgefahren wären und auf deren Rücken die ganze Schlacht ausgetragen wurde. In Lauf zwei ein ähnliches Bild ... ergänzt durch Raphael Szalanski - der zwar Vernunft und Standfestigkeit bewies, aber leider auch Vergesslichkeit und mangelnden Nackenschutz. Somit schaffte es nur mehr der 4. noch angetretene Harmonika-Spross Marcel Müller in die Wertung. Der musste kurioserweise im ersten Lauf ohnehin pausieren, da einzig an seinen Reifen tatsächlich etwas gröberes faul war. Die üppige und vorläufige Tageswertung somit: Coleselli vor Stubenrauch und Müller.

Die Sonnenseiten des Sonntags: ICA, Wankel und Rotax-Junior



In allen anderen Sonntags-Divisionen ging es dort heiss her, wo wir uns das alle wünschen: auf der Strecke. In der ICA schaute es nach eindrucksvollen Samstag-Trainings von Staatsmeister Patrick Fontner, der schon in Ampfing Top-Form bewies, ganz nach zwei glatten Start-Ziel-Siegen aus. Im ersten Lauf war dem tatsächlich so.



Lediglich ICA-Rookie Florian Hacker, auf den schon im Winter Wetten als Durchstarter bei seinem Eintritt in die ICA abgegeben wurden, konnte seinen Motor einmal ins Ziel bringen und Fontner als einziger einigermassen folgen. Hinter ihm noch kurz ein anderer Staatsmeister - Riko Fürtbauer, der vom Ryo Racing Team aus der viel zu frühen Frühpension geholt wurde. Aber wiegesagt nur kurz, musste er in Runde 7 das Handtuch schmeissen. Wirklich spannend wurde es dann im 2. Lauf: Fontner, bereits mit Problemen in der Startphase, konnte den zweiten Lauf nicht mehr so angehen wie den ersten und musste nach ein paar Runden aufgeben. In Führung plötzlich ein entfesselter Alexander Sascha Fojtik, der einmal zeigte, dass auch ein low-budget Vater-Sohn-Team den grossen den Auspuff zeigen kann. Doch Hacker, in dem sich schon der Siegeswillen von Monaten aufgestaut hatte, gab sich nicht zufrieden mit einem neuerlichen zweiten Platz, und konnte sich in der zweiten Rennhälfte dann doch recht eindrucksvoll durchsetzen und mit einer halben Sekunde Vorsprung den ersten Sieg holen. In der Tageswertung somit Hacker vor Fojtik und Fontner.



In der ICA-junior Klasse liess der hundertsteldünne Vorsprung, den Klaus Bachler (KSB Racing) vor seinen Teamkollegen Lukas Trettenbrein und Rene Binder auf die Pole rettete, die spätere Dominanz des Steirers vor dem Kärtner noch nicht vermuten. Doch Bachler fuhr im ersten Lauf in einer eigenen Liga. Deutlich dahinter, aber beherzt unterwegs also Lukas Trettenbrein, gejagt vom Meisterschaftsdominator Johann Ledermair, der vom 4. Startplatz auf Aufholjagd war. Doch eine Harakiri-Aktion brachte den Tiroler 2 Runden vor Schluss nicht an Trettenbrein vorbei, sondern zur Notärztin, die Gott-sei-Dank Entwarnung geben konnte, während der Lauf vorzeitig abgebrochen werden musste. Im zweiten Lauf war Ledermair dann durchaus schaumgebremst nur am 5. Platz unterwegs.



Spannender wurde es aber auch für den späteren Tagessieger Klaus Bachler, denn im Unterschied zum ersten Lauf hatte er Luki Trettenbrein nicht ein paar Sekunden hinter sich gelassen, sondern in der Regel ein paar Finger breit. Binder nahm dankend den 3. Platz - somit ein Podium in dieser Reihenfolge, ausschliesslich von den Piloten des Kartsport Beer Racing Teams gestellt.



Etwas Entspannung brachte zwischendurch immer wieder die Gentlemen-Wankel-Klasse, die nunmehr schon auf 4 Teilnehmer angewachsen ist, deren fünfter leider mit Motorschaden am Freitag vor dem Lauf zurücktreten musste. Ein durchaus buntes Teilnehmerfeld machte sogar diese Klasse, die sich noch in der Anlaufphase befindet, bereits zu einem richtigen Rennen. Mit Toni Feistl ein Rookie in Pole, und mit Jurgen De Block, der neuerlich den mittlerweile auf 1.200 km angewachsenen Weg von Belgien nach Pachfurth nicht scheute, um bei dem Event dabei zu zein. Feistl hätte sein allererstes Rennen auch glatt gewonnen, hätte ihn nicht kurz vor der Zielflagge doch noch die Kraft im Handgelenk versagt, die den tosenden Brummer hätte bändigen sollen. Somit liess er dem belgischen Gast ungewollt den Vortritt, der vor Wilhelm Farthofer ins Ziel kam. Die anschliessende Aufholjagd im zweiten Lauf brachte Feistl aber nur mehr von Platz 4 bis auf Platz 3, und dem Belgier war der Gesamtsieg somit definitv nicht zu nehmen.



Spannung war dann wieder in der Rotax-junior Klasse angesagt. Oder - was den Sieger angeht - wieder abgesagt. Denn Dominik Allram hat - nach kurzer Pause in Ampfing - offensichtlich wieder zu seiner überragenden Form zurückgefunden, die er bereits in Greinbach eindrucksvoll vorführte. Keine Diskussion und ein glatter Tagessieg.



Ein wenig dahinter aber ging es beim Paket Kozanovic, Stimmeder, Novak und Schöfmann ganz ganz heiss um jeden Zentimeter. Und das nicht immer in dieser Reihenfolge. Trotz zahlreicher packender Aktionen und mehrerer Umreihungen war es aber trotzdem genau diese Reihenfolge, die beidemale die Zielflagge sah. Mit dabei auch erstmals eine Junioren-Lady: Nina Dittrich, die doch am vorletzten Klima mehrmals dran war, sich letztlich aber doch dem routinierteren Buben geschlagen geben musste.



Alle Ergebnisse findet man auf www.kart-data.de

Fotos: Petra Klima

Autorenverweis
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