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KARTSPORT.AT CUP 2.6.2002 SPEEDWORLD

Der Kartsport.at Cup

Am 2.6.2002 ging in der A1 Speedworld der kartsport.at Cup über die Bühne. Immerhin 15 neugierige Kartsportler hatten sich eingefunden, um mit drei Karts möglichst schnell zu fahren.

E.M.Kofler


Interessanter
Modus!
Die schnellsten fünf zusammenhängenden Runden

Der Modus war sehr interessant. Pro Kart wurden 8 Runden gefahren. In die Wertung kam die Summenzeit der 5 schnellsten zusammenhängenden Runden! Das heißt, wer eine gute / eine schlechte / eine gute Runde fuhr, war schlecht bedient. Die Formel lautete: Drei Runden lang die Limits ertasten und dann 5 Runden lang möglichst ohne aufgehalten zu werden nacheinander gute Zeiten hinzuknallen.

Gefahren wurde mit drei verschiedenen, aktuellen Karts.
  • CKL Kartleague V2 570ccm 20 PS
  • RMC Junior Rotax Max 23 PS 12.000 U/min
  • ICA wassergekühlt 30 PS 19.000 U/min
Allesamt Geräte, die locker 100 km/h und mehr auf der Kartbahn in Bruck erreichen. Nervenkitzel war angesagt.


CKL Viertakt
570 ccm, 20 PS
Vorderbremsen
Harte Reifen

Vom Charakter her waren die Karts völlig unterschiedlich. Das CKL Kart mit relativ harten Reifen und einem Drehmomentberg im unteren Drehzahlbereich. Das Kart ist mit Vorderradbremsen ausgerüstet, die Bremspunkte sind ganz anders als die der beiden Zweitaktkarts. Schnellste gefahrene Rundenzeit: 49,188 von Hasi Höblinger.




RMC Junior
125 ccm 23 PS
Drehmomentloch
Guter Grip

Das Rotax MAX Junior Kart geht vom Stand subjektiv ganz gut weg, raus auf die Strecke, macht guten Schub, doch die Leistungskurve scheint recht früh schon sanft abzuflachen. Nach der engen Schikane dann die Erkenntnis: Wer hier nur ganz wenig zu langsam durchglüht, kommt in einen Drehzahlbereich, wo der Motor nur ganz wenig Leistung hat. Dor raus, und es geht wieder hurtig dahin, doch man verliert locker 8/10.

Die runde Linie ist gefragt, schnell durch die engen Kurven, schnell wieder "ins Bandl". Schnellste gefahrene Runde: 47,888 von Markus Neumüller. In der schnellsten Kurve, der langen Rechts nach der Ziellinie, hatte der Motor leichte Aussetzer zu verzeichnen. "Die Bedüsung ist sicher nicht optimal, aber der beste Kompromiss für die heutigen Fahrer" erklärte Michael Fiedler. Anders bedüst hätte es passieren können, dass der Motor bei "Fehlbedienung" schlichtweg verreibt.




ICA Zwatakta
100ccm 30 PS
19.000 U/min
Toni Fahrwerk [Traum]
A Wohnsinn

Ohne jede Diskussion und ausnahmslos, gab es strahlende, euphorisierte Gesichter, als die Fahrer den Sitz des ICA nach 8 Runden wechselten. "Die Sau liegt!" "Des beisst an, das is a Wahnsinn", aber auch "i hob echt Ongst ghobt!" hörte man. Nur 100 Kubik, das kann von unten nicht gehen. Denkste. Es zog selbst dem 570ccm Viertakter aus den engen Schikanen raus einfach davon. Denn: An der langsamsten Stelle des Kurses standen ca. 9.500 U/min am Drehzahlmesser!

Was dann losbricht, fühlt sich für den Nicht-ICA gewohnten Kartfahrer an wie ein kleiner Orkan. Die Kompression auf dem Brustkorb lässt einen zeitweise aufs Atmen vergessen. Das Fahrwerk ist ein Kapitel für sich. Es liegt und pickt, dass einem hören und sehen vergeht. Man erwartet längst ein ausbrechendes Heck, man sieht sich schon im Kiesbett - denkste. Da gehen Kurven voll, die man nie so schnell einschätzen würde. Schnellste gefahrene Zeit: 45,450 von Markus Neumüller.

Auch das ICA Kart wurde auf der "sicheren Seite" bedüst, also etwas fetter als im Renntrim. Eine Fahrtechnik mit "abklopfen" hätte den größten Teil der Teilnehmer vollends verwirrt. Beim Abklopfen muss der Fahrer die Ansauglöcher der Airbox unter Vollgas kurz zuhalten, damit kriegt der Motor kurz sehr fettes Gemisch und macht danach richtiggehend einen Hupfer nach vorn. Ohne Abklopfen ist jedoch ein Motorschaden aufgrund von Schmierungsverlust zu befürchten.




Karttalk
zwischen den Turns
Keine Defekte
bis auf eine heiße Bremse

Das angenehme am kartsport.at Cup war, dass zwischen den Turns ausreichend Zeit für Kart Talk blieb. Die Fahrer der unterschiedlichen Klassen, Schwerpunkt jedoch Viertakt, plauderten und scherzten über vergangene Zeiten, diskutierten und spaßten natürlich auch über die gerade auf der Strecke befindlichen Fahrer und fachkommentierten deren Fahrstile.

Insgesamt ist jedoch sehr positiv anzumerken, dass wir keine kostenintensiven Defekte hatten. Die Renngeräte sind natürlich nicht der billigsten welche, und ein Abflug kann deutliche Kosten nach sich ziehen. Beim Rotax war zwar eine Kette und ein Ritzel zu wechseln, dies jedoch aufgrund des natürlichen Verschleißes und nicht aufgrund von Kleschern.

Ach ja, fast vergessen. Ein Viertaktfahrer, der ganz zum Schluss das ICA bewegt hat, erinnerte sich an seine besten Indoor Kart Zeiten, wo er es gewohnt war, mit dem linken Fuß unter Vollgas einfach "dazuzubremsen". Das geht Indoor ganz gut, nur die 30 PS des ICA kochten die Bremsflüssigkeit gründlich durch, die Bremse war daher für den letzten Turn nicht mehr wirklich vorhanden. Der Fahrer, Thorsten Schranz, der selbst ein Rotax MAX besitzt machte jedoch das beste daraus und knallte eine Serie von niedrigen 49er Zeiten hin, ungebremst, wohlgemerkt...




 

Markus Neumüller
Rubicon Team
Steile Karriere in Sicht?

Die Stars des Tages 

Markus Neumüller darf hier ruhig als Star bezeichnet werden. Markus holte sich den Sieg beim kartsport.at Cup. Er stellte sich am schnellsten auf die drei unterschiedlichen Karts ein und knallte in jedem seiner Turns eine superschnelle Serie von Rundenzeiten hin, die in Summe 724,959 Sekunden ergaben. Platz 1.

Seine Runden mit dem ICA waren die schnellsten. Hier holte er sich satte 5 Sekunden Vorsprung auf den zweitschnellsten Fahrer, seinen Verfolger Andreas Amon. Markus' schnellste Runde mit dem ICA (45,450) war übrigens um 94/100 schneller als die zweitschnellste Runde aller anderen Fahrer. Schlimmer noch: Alle Runden seines ICA Turns waren schneller als die schnellste Runde der anderen Fahrer. Detailergebnis am Ende des Reports.




Andreas Amon
Ex Le Frere

Der Ex-Le Frere Pilot Andi Amon kann sich mit einer Gesamtzeit von 728,517 auf dem zweiten Platz behaupten. Andi absolvierte seine fünf Runden mit dem Rotax und dem Kart League Kart jeweils als Schnellster, obwohl er mit jedem Kart "nur" die drittschnellste Zeit erzielte. Die Konstanz machte es in seinem Fall jedoch aus. Sein ICA Turn war schön gleichmäßig, mit einer steten Steigerung der Rundenzeiten runter auf 46,426.




Hasi Höblinger
V-max Team

Hasi Höblinger, der bekannte V-max Pilot mit dem Glatzkopf als Markenzeichen, bewies abermals seine Speed. Seine 49,188 Rundenzeit mit dem CKL Kart war die schnellste des Tages auf diesem Kart. Mit der Gesamtzeit von 730,862 Sekunden war der V-max ziemlich knapp an Andi Amon dran.




Wern@ir Trügler
V-max
u.v.v.a

Werner Trügler gilt als einer der schnellsten Piloten in der Szene. Beim kartsport.at Cup reichte es jedoch nur hauchdünn für Platz 4 mit der Gesamtzeit von 735,154 Sekunden. Die zweitbeste Zeit für die 5 Runden mit dem ICA Kart konnte die nicht optimal gelungenen Turns mit dem CKL und vor allem dem Rotax Kart nicht ausgleichen. Vielleicht war auch Werners Strategie, sich während der Runden erst nach und nach an das Limit heranzutasten, diesmal nicht optimal. Dennoch: Der vierte Platz ist eine mehr als respektable Leistung.




Fritzeelll Hoffmann
"Karturgestein"

Fritzeelll Hoffmann, der aus dem Rallyesport direkt in den Kartsport aufstieg *g*, ist als Enddreißiger kein bissl langsam. Seine Gesamtzeit von 735,857 Sekunden lag nur um 7/10 hinter der Gesamtzeit von Werner Trüglers 15 Runden. Tadellos! Auffällig war seine Top-Runde mit dem Rotax MAX. Als zweitschnellster Fahrer hinter Markus Neumüller war er offenbar derjenige, der die Linie am rundesten in die engen Passagen der neuen Speedworld Strecke legen konnte.




Reaktionen
Durchwegs positiv

Die Reaktionen der Fahrer waren durchwegs positiv. Drei interessante Karts, das ICA Kart richtig euphorisierend, man war an dem Tag sehr gut drauf. Wann denn der nächste Cup stattfinden würde, wurde gefragt, und dass man unbedingt wieder mitmachen wolle.

Ein möglicher nächster Termin wäre um den 15. August in Laa/Zettling. Dort würde dann für die ambitioniertesten auch ein 125er Schalter zur Verfügung stehen.




The Result

 P.  Teilnehmer  ICA  Rotax  CKL  Gesamt
 1   Neumüller Markus   229,524   246,134   249,301   724,959 
 2   Amon Andreas   234,805   245,882   247,830   728,517 
 3   Höblinger Josef   235,457   247,343   248,062   730,862 
 4   Trügler Werner   234,723   250,564   249,867   735,154 
 5   Hoffmann Friedrich   236,827   248,021   251,009   735,857 
 6   Kofler Ernst   236,315   250,261   252,869   739,445 
 7   Ruzicka Christian   242,254   249,117   248,154   739,525 
 8   Jaburek Mario   236,698   252,903   252,412   742,013 
 9   Jungmeier Walter   239,584   251,039   253,461   744,084 
 10   Schranz Thorsten   246,901   249,547   253,794   750,242 
 11   Krieger Martin   241,365   258,584   257,423   757,372 
 12   Sabith Stefan   242,172   255,258   264,864   762,294 
 13   Pöll Markus   247,625   264,521   255,258   767,404 
 14   Hoja Richard   258,148   259,687   265,839   783,674 
 15   Sabith Martin   250,099   260,496   276,126   786,721 
 16   Rennhofer Martin   256,972   271,422   266,384   794,778 
 17   Dvorak Alexander   264,068   269,264   278,998   812,330 
 18   Loidl Helmut   258,279   276,974   280,248   815,501 




Ausser Konkurrenz
Top Rundenzeiten

Die Frage, die natürlich angesichts des Rennmodus, die fünf schnellsten aufeinanderfolgenden Runden, einem jedem unter den Näglen brennt ist, wer hatte die beste Runde? Wäre es ein Qualifying gewesen, wer würde vorne stehen? Hier die Top Zeiten der einzelnen Klassen.

ICA 

 P.  Zeit  Teilnehmer
 1   45,450   Markus Neumüller 
 2   46,393   Ernst M. KoflAIR 
 3   46,426   Andreas Amon 
 4   46,588   Hasi Höblinger 
 5   46,687   Werner Trügler 
 6   46,753   Hoffmann Fritzeelll 
 7   46,954   Mario Jaburek 
 8   47,148   Walter Jungmeier 
 9   47,238   Markus Pöll 
 10   47,688   Ruzicka Christian 

Rotax MAX 

 P.  Zeit  Teilnehmer
 1   47,888   Markus Neumüller 
 2   48,722   Fritzeelll Hoffmann 
 3   48,733   Andreas Amon 
 4   48,993   Hasi Höblinger 
 5   49,317   Christian Ruzicka 
 6   49,351   Thorsten Schranz 
 7   49,672   Ernst M. KoflAIR 
 8   49,805   Werner Trügler 

CKL Kart 

 P.  Zeit  Teilnehmer
 1   49,188   Hasi Höblinger 
 2   49,367   Markus Neumüller 
 3   49,382   Andreas Amon 
 4   49,490   Werner Trügler 
 5   49,631   Christian Ruzicka 
 6   49,970   Fritzeelll Hoffmann 
 7   50,094   Ernst M. KoflAIR 
 8   50,150   Mario Jaburek 
 9   50,221   Walter Jungmeier 


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