Kart League | 26.04.2002

KartLeague Saisonauftakt in Hartberg

Brummelnde Motoren – hektisches Treiben in den Boxen – quitschende Reifen! Die Outdoor-Saison hat begonnen. 15 Teams haben sich in Hartberg zu einem 6-Stunden-Speedevent im Rahmen der Champions Kart League, zusammengefunden. Die Frage, die zu klären war, war „Welches Team hat das beste Technik/Fahrer-Package?“

Peter Benes





Grosse Unterschiede im Regen

Das Training (Samstag):

Schon am Samstag fanden sich die Teams auf der Strecke ein, um letzte Tests durchzuführen und eventuell jetzt schon das beste Setup herauszufinden. Hier sah der Zuseher Teams 2er Klassen. Die Klasse, die die Regenrunde um die 1:03 fuhren, die andere Klasse krebste um die 1:10 herum. 7 Sekunden Unterschied?! 2 Klassen? Karts mit unterschiedlicher Leistungsmaximum oder doch nur Fahrerstreuung?

Weder noch, der Grund war das schwarze Gold => die Reifen. Die Wahl der Reifen obliegt seit heuer den Teams. Mit weichen Reifen kann man bekanntlich schneller die Runde beenden. Aber Vorsicht – werden sie auch 6 Stunden halten, da ja maximal 3 Vordere und 3 Hintere Reifen pro Rennen verwendet werden dürfen. Ab dem Qualifying mussten die markierten Reifen am Kart montiert sein.







Weiters war die Frage der Übersetzung zu klären, die heuer auch von den Teams frei wählbar ist. Hartberg ist eine „Hochgeschwindigkeits“-Strecke - daher war ein lange Übersetzung ratsam. Wie lange, das galt es nun herausgefunden zu werden. Natürlich musste auch das richtige Setup ermittelt werden. Dummerweise regnete es hauptsächlich, sodaß man erst am Sonntag Vormittag mit dem Trockentraining beginnen konnte – vorausgesetzt, der Regen bleibt aus.







Biland dominiert

Der Renntag (Sonntag):

Single Championship (SCS):

Den Anfang machten die Piloten der SCS, zu der sich leider nur 7 Fahrer einfanden.. Dominiert wurde die SCS von durch Biland-Motoren angetriebenen Karts. Mit „dominiert“ ist hier einerseits die Menge an Karts mit Biland-Motoren, andererseits das Rennergebnis gemeint. Schon in diesem Bewerb stolperte manch Fahrer über das Gewichtslimit sowie der vorgeschriebenen Reifen-Abnahme. Diese Problematik fand man dann auch im Teambewerb. Einige Disqualifikationen waren im Singlebewerb die Folge, wodurch das nicht allzu üppige Starterfeld weiter dezimiert wurde.

1.Lauf
1.Robert Vogl PCR/Bilnad
2.Markus Hrdlicka PCR/Biland
3.Ferdinand Pöppel PCR/B&S 630
4.Jochen Gneis PCR/ Biland
5.Rene Symn MBA/Biland

2.Lauf
1.Norbert Sulzer PCR/Biland
2.Rene Symn MBA/Biland
3.Robert Vogl PCR/Biland
4.Jochen Gneis PCR/Biland
5.Markus Hrdlicka PCR/Biland

Meisterschaft:
1.Robert Vogl 3Pkt
2.Norbert Sulzer 6Pkt
3.Rene Symn 7Pkt
4.Markus Hrdlicka 7Pkt
5.Jochen Gneis 8Pkt
6.Ferdinand Pöppel 9Pkt
7.Dino Karger 13Pkt





Champions-Kart-League:

Das Warm-Up und das gleich anschließende Qualifiing begann mit Sonnenschein. Endlich konnte die Suche nach einem Trocken-Setup aufgenommen werden. Zwischendurch fielen abermals ein paar Regentropfen, die aber nicht allzu störend waren. Im Qualifiing konnte Harmonika Müller für sich entscheiden – dahinter folgten Pushermen und die Harmonika Müller Power Girls.

Rennen:
Immer näher rückte der Augenblick – der Augenblick, auf den monatelang ausgeharrt wurde - die Startflagge wurde geschwenkt. Angeführt von Harmonika Müller Team (Nr.1) fuhr das Feld in die erste Runde.

Dabei fiel natürlich der raketenhafte Start der beiden Hotkart-Teams auf, die vom hinteren Teil des Feldes sich weit nach vor schoben. Es war Augenscheinlich, dass ein falsch gewählte Übersetzung der Grund für diesen Prachtstart war. Es dauerte nicht lange und sie wurden ins hintere Feld durchgereicht. Kaum war die hektische Anfangsphase mit vielen Positionswechseln vorbei, schon kamen die ersten Teams mit technischen Defekten in die Box.

Hauptsächlich Reifen und Motorprobleme waren die Ursache. So gab es Rennphasen, wo mehr Teams in der Box arbeiteten, als auf der Strecke fuhren. Das eifrige Treiben in der Box wurde ab und zu durch Ausritte untermalt. Andreas Keiml vom K1 Racing Team fabrizierte beim Pulkfahren einen Überschlag. Genau an jener Stelle, wo das Gefährt von der Schnellsten Stelle der Strecke auf eine Spitzkehre abgebremst werden musste. Glücklicherweise wurde bei keinem dieser Ausritte ein Fahrer verletzt.

Schlussendlich konnte sich das Harmonika Team mit der Nr.1 den Sieg trotz Reifenproblemen sichern. Die Harmonika Müller Powergirls fuhren ein solides Rennen und wurden mit dem 2.Platz belohnt. Das Team der Sportwoche (Platz 3) und das Team des ORFs (Platz 4) fuhren ein unauffälliges, jedoch sehr erfolgreiches Rennen. Die Pushermen, die in der Anfangsphase durch Elektrik-Probleme auf den letzten Platz rutschten, arbeiteten sich in Kleinstarbeit an die Spitze heran. Ein 5. Platz war die Belohnung für ihre Mühen.

Kartsport.at konnte trotz technischer Probleme den 6.Platz heimfahren. Das Fullspeed-Racing-Team überzeugte fahrerisch. Auch sie hatten einige technische Probleme und fuhren auf den 7.Platz. Platz 8 ging an Windisch Power, welches auch nicht gerade einen Glückstag hatte. Den 9. Platz erarbeitete sich das Kamikaze-Team. Lange Zeit fand man dieses Team auf den Stockerlplätzen. 0,1 PS zuviel waren der Grund für einen Boxenaufenthalt und einer Stop’n-Go Strafe. Bei der anschließenden Aufholjagd verbog man sich jedoch die Hinterachse, sodaß man erneut einen langen Boxenaufenthalt einschieben musste.

Die beiden Rubicon Teams verbrachten auch mehr Zeit in der Box, als auf der Strecke. Platz 10 für Fullsize – Platz 11 für Light. Es muß noch erwähnt werden, dass Rubicon Light etwas besonderes geschafft hat. Eine um fast 90 Grad verbogene Hinterachse sieht man auch nicht sehr oft. Das K1 Racing Team (Platz 12) musste die verfrühte Heimreise antreten. M.K.R. (Platz 13) hatte mit Leistungsverlust zu kämpfen und durch ein Missverständnis mit der „max. 3-Reifen-Regel“ brach man die Zelte ab. Ebenso die beiden Hotkart-Teams (Platz 14 + 15 / Motorschäden).





Konklusio:

Ein heisses Rennen mit vielen Neuerungen, da lief noch einiges nicht perfekt, da das neue Reglement noch nicht allen ins Blut überging. Der Veranstalter war sehr bemüht. Es wurde zB. eine überdimensionale Anzeigetafel herangekarrt, die leider aus Sicherheitsgründen so platziert wurde, dass die Fahrer sie von der Strecke nicht sehen konnten.

Das anwesende Rettungspersonal war beim Keiml’schen Salto nicht wirklich erkenntlich motiviert und schaute lieber aus der Ferne zu. Eine Pace-Car-Phase wäre bei diesem Überschlag auch nicht gerade das verkehrteste gewesen – man wartete vergeblich.

Geschwindigkeiten von über 130 km/h, enorme Fliehkräfte, sowie der teilweise hohe Grip brachten bei einigen Fahrern Nacken-/Muskelprobleme mit sich.

Der Prüfstand, sowie die „3-Reifen“-Regelung, als auch die „Kartschieberei-in-der-Box“ sorgten für einigen Unmut der teilnehmenden Teams. Die Tankstelle, sowie das Abschlepp-Kart ist sehr verbesserungswürdig. Thema Abschlepp-Kart: Ein Kart, welches z.B. durch eine verbogene Hinterachse mit dem Heck voraus abgeschleppt werden musste, machte das Abschlepp-Kart nahezu unlenkbar.

Diese Punkte werden aber sicherlich am Freitag um 19.30 in der Pizzeria Plus (Kaufpark Alt Erlaa / Anton Baumgartnerstraße 44 (im ersten Stock), 1230 Wien) zur Sprache kommen und auch diskutiert werden. Außerdem werden bei dieser Nachbesprechung 2 Fahrervertreter bestellt.



   laptime: 0,422[s]