KD2000 - Austrian Indoor Masters | 21.02.2002

AIM 3. Vorlauf Gruppe Nethope

Der dritte Vorlauf der Austrian Indoor Masters, Gruppe Nethope am 16. Ferbruar 2002 in der DAYTONA-Halle in Wien-Langenzersdorf gestaltete sich zum Krimi erster Ordnung. Der letzte Turn zwischen 12 und 13 Uhr mit der Aufholjagd von Werner Trügler wird vermutlich noch lange im Gedächtnis haften bleiben.

Hannes Wagner


Rubicon Light in Pole
1,4 Sekunden trennen Rang 1 von Rang 13

Pünktlich um 0 Uhr wurde die Qualifikation für die Startaufstellung in Angriff genommen. Die Teamchefs waren aufgerufen, in der richtigen Reihenfolge die Piloten auf die Strecke zu schicken, um dann im letzten Turn alles klar zu machen. Im Vorfeld wußte man schon, daß die führenden Teams (ihrer Qualifikation fürs Finale bewußt) nicht die allererste Garnitur einsetzen würden. Auch viele verschiedene Fahrer, die bis dahin noch nicht zu Einsatz kamen konnten sich eine Chance ausrechnen, einen oder vielleicht mehrere Turns zu absolvieren. Von den Quali-Zeiten her mußte man schon in erster Linie das RUBICON LIGHT Team favorisieren, fuhren doch sehr bekannte Piloten (Werner TRÜGLER, Steve SCHWEINZER, der mehrmalige Staatsmeister Jochen FUCHS, der in der heurigen Saison die European Sportscar Challenge fährt, sowie Stefan FRANZ, Streckenchef der DAYTONA-Halle, der ja naturgemäß fast jeden Quadratzentimeter kennen muß) darin, die teilweise auch am Vortag das "Stadthallen 24 Stunden Rennen" mitfuhren und mit sehenswerten Leistungen beendeten. Auch MPR - das spätere Siegerteam hatte fünf starke Fahrer in ihren Reihen ( Markus PÖLL, Sohn des Teamchefs "Pepe" PÖLL, der auch mit mir die IKC-Serie fährt, Markus FREYLER, Friedrich "Fritzeelll" HOFFMANN, Jürgen BAUER, sowie Gabor VIRAG), die ein Garant für ein äußerst spannendes Rennen sind.
Die Quali selbst war besonders spannend, da vom ersten Platz bis zum Letzten (Platz 13) lediglich 1,4 sekunden lagen, was auf ein sehr ausgeglichenes Starterfeld schliessen lässt.
Das Ende dieses Kampfes dokumentiert sich wie folgt: 1.Rubicon light 47,184, MPR 47,335, GTR 47,522, KCMötz 47,598, OKI Fax 47,611, sowie MANY-Kart mit 47,86. Man sieht hier, daß bereits im Zeittraining an der 47 Sekunden-Grenze gekratzt wurde.






Keine Überraschung
im Rennverlauf
Steve Schweinzer erneut mit Mißgeschick in der Box

Die ersten Runden waren geprägt von unerwarteten Zweikämpfen. Das Team "YELLOW ANGELS" und KCM gerieten aneinander, was schon in der Anfangsphase zu einer Stop&Go führte und beide Team ans Ende des Feldes zurückwarf. Vorne enteilte Rubicon, gefolgt von MPR und Many-Kart, sowie OKI und GTR.
War der erste Wechsel nach einer Stunde eher problemlos abgewickelt worden, gestaltete sich der zweite Wechsel für das bis dahin an zweiter Stelle liegende Rubicon - Team zum "Aufschreierlebnis". Was war geschehen: Steve Schweinzer, der Startnummer 12 hatte und am Vortag in der Wiener Stadthalle Startnummer 11 ,kam just zum falschen Zeitpunkt zum Wechseln und zwar als seinem Vordermann besagte Nr. 11 gezeigt wurde. Eine Kurzschlußhandlung die auf mangelnde Konzentration nach mehreren "Marathon-turns" schliessen läßt. Man sagt, daß dieses Manöver rund 20 Sekunden gekostet haben soll. Aber Steve war in guter Gesellschaft, denn ein Fahrer vom Kartteam DONAUZENTRUM (Gerd "Neo"PEICHL entpuppte sich als "Kantinen-Tratscher"), stand doch sein Kart mindestens 30 Sekunden bereit, bevor er mit lautem "Hallo" eilends die Stufen zur Box herunterstürmte, im Laufen den Helm über den Kopf zog und noch während der ersten zwei Runden die Handschuhe überstreifen konnte, was sicher wieder 5 Sekunden wertvoller Zeit gekostet haben mag.
Das sonst so starke OKI Fax Team (mit den Piloten Markus KLENNER, der auch Teamintern mit 45,08 die schnellste Runde fuhr, Horst SAUBACH, Alex DIETTRICH, Adrian MINOGGIO, sowie Christian "Windi" WIND) war in der Anfangsphase doch eher unspektakulär unterwegs, konnte aber schlussendlich in der Endabrechnung den 3. Platz belegen und ist somit auch hoher Favorit im Finale.
Was überraschte war, dass das Team MZ New Age am 4. Rang das Rennen beendete. Jedoch wenn man bedenkt, daß Teamchef Herwig HECKL es zuwege brachte und einen sehr schnellen Mann ( Andi KOLAR, Sohn der Rallye-Legende Walter KOLAR und Mitwirkender beim 24ig Stünder) engagieren konnte, war dieser Platz schon in Ordnung. Neben HECKL und KOLAR fuhren noch Patricia IMMERVOLL und Fabian PICHLER ein ausgezeichnetes Rennen.
Am 5. Platz landete das GTR-Team mit gezählten 8 Piloten. (IKM-Lauf Gewinner Andy SKOP, Thomas GANGL, Robert "Slater" SCHIEFER, der beim IKM-Lauf hinter Skop den zweiten Platz belegte, Karl JANOSCH, Georg HENKE, Edi POLLAK, Christian SEIDL, sowie Gregor STRONDL).Sie konnten leider den dritten Trainingsrang nicht nützen.
Der 6.Platz ging an MANY-KART,die überraschend weit zurück das Rennen beendeten, jedoch die Qualifikation fürs Finale längst in der Tasche haben .( Driver waren Many und Gery PROHASKA, Wolfgang RAUER, Gerhard KOTCANDA, Trainingspartner Gerhard BREZOVSKY, sowie Michi "Lacky" LACKERMEIER, dessen Wege sich öfters mit den meinen kreuzen, besonders, wenn wir beide unsere kleinen Töchter zum Schultor bringen).
Platz 7 ging an die (grippegeschwächten) FIAT LUKAS Mannen noch vor dem KC-MÖTZ (Platz 8 ),der in der Anfangsphase eine Stop and Go Strafe ausfasste und daher schon von vornherein gehandikapt war. Die "MÖTZER" waren: Alex WENDT, Viktor BRANDSTÄTTER, Christian HARTL, Thoman SEIGNER, der mit 44,871 die zweitschnellste Runde im Rennen drehte, sowie die "Turbo-Twins" Robert AMBROS und Erstl DIETTRICH, die öfters mal auch beim Training des DZ-TEAMS mitmachen.
Somit wären wir bei Platz 9, der vom KARTTEAM-DONAUZENTRUM belegt wurde und auf den dieses Team aboniert scheint. War es beim ersten Rennen in der Daytona Halle noch Platz acht, ist es jetzt schon das zweite Mal der Rang neun; doch im ersten wirklich harten Jahr, noch dazu in dieser starken Gruppe, ist diese Leistung dennoch als gelungen einzustufen. Als Fahrer agierten: Teamchef Norbert RICHTER, Ewald AHRER, Gerd "Neo" PEICHL, (der mit der Verspätung), Richard STANGL, Markus "Mecky" HESCHL,Hubschrauberpilot Andreas "QUIRL" KAINRATH, unser Schnellster im Team, prominente Leihgabe und Daytona Spezialist Walter JUNGMEIER, sowie meine Wenigkeit Hannes "WHEELER" WAGNER.
Dahinter beendeten die SNAKE-RACER auf Platz 10, RUBICON FULLSIZE auf Platz 11, SPEED BÄRLI auf Rang 12 das Rennen.
Die rote Laterne ging diesmal an die "YELLOW ANGELS", die jedoch nur mit 35 Runden Rückstand zu dieser Ehre kamen.
Insgesamt gesehen war das Feld stärkemässig äusserst eng beeinader und die Leistungsdichte der Fahrer aussergewöhnlich.




Werner Trügler
fährt erneut die schnellste Rennrunde. 0,37s Vorsprung.

Als Highlight dieser Veranstaltung muss jedoch die letzte Stunde des Rennens gelten. Nochmals, um es sich auf der Zunge zergehen zu lassen:
Werner Trügler fuhr auf einer "Rakete", die jedoch im gesamten Rennen verwendet wurde den letzten Turn. 50 Sekunden vor ihm der junge Markus PÖLL, der genau über Werners Aufholjagd informiert wurde. Dieser konnte Runde für Runde jeweils bis zu einer Sekunde gutmachen und es war an Spannung kaum mehr zu überbieten, als Werner 4 Runden vor Schluß, nach mehreren Rekordrunden (schnellste Runde 44,511), Markus Pöll einholte und knapp hinter ihm lag. 2 Runden studierte er die Linie und machte seinen Vordermann nervös, bis er eine Runde vor Schluß ein Überholmannöver riskierte, das in der Folge zwei Tage lang für sehr brisanten Gesprächsstoff sorgte. Die beiden Karts kollidierten und standen 90 Grad zur Bande; jedoch konnte Werner Trügler mit der linken vorderen Stoßstange an der Bande schleifend innen vorbei und ging in Front. Mit lautem "Hallo" wurde diese Aktion von der RUBICON LIGHT Mannschaft quittiert, jedoch wurde die Rechnung ohne der Rennleitung gemacht.




Sensationelle Aufholjagd
von Rubicon Light in Stunde 12.
Das Rennen wird am grünen Tisch entschieden

Werner überquerte wohl die Ziellinie als erster, wurde aber in der Wertung - nach Beratung der Rennleitung - um einen Platz zurückgereiht und beendete das Rennen als Zweiter. Sieger wurde demnach MPR mit Schlussfahrer Markus Pöll. Trotz allem wurde aber fair gratuliert, ist doch das Team RUBICON LIGHT bereits längst fix für das Finale qualifiziert. Dessen ungeachted entbrannten noch Tage später Diskussionen, ob diese Strafe als gerechtfertigt zu bezeichnen ist. Feststeht, daß diese Veranstaltung eine Clubveranstaltung ist und somit nicht an OSK Gesetze gebunden ist. Erwähnenswert ist auch noch, dass sich die Mannen um Christian KONRAD um das "klonen" der Karts sehr verdient gemacht haben und somit dankt ein ganzes Kartvölkchen der guten Mechanikercrew, die beste Arbeit geleistet hat.

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